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	<title>Kommentare zu: Wenn Sie sich um den Welthunger sorgen, essen Sie weniger Fleisch</title>
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		<title>Von: Hans-Jürgen Cramer</title>
		<link>http://betterplacede.wordpress.com/2008/04/19/wto-chef-fordert-forderung-der-landwirtschaft/#comment-58</link>
		<dc:creator>Hans-Jürgen Cramer</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Apr 2008 15:33:04 +0000</pubDate>
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		<description>Das Problem scheinbar einfacher Lösungen im Energiebereich....

Der Energiehunger der Welt treibt die verschiedensten Preise der Welt in vielfacher Hinsicht: Öl und Gas haben im Grundsatz ein allzeit Hoch erreicht, der Preis der Kohle notierte vergangene Woche bei ca. 114 US Dollar die Tonne,  vor einigen Jahren waren wir bei ca. 35 bis 40 US Dollar. Gleiches sehen wir bei Stahl, Kupfer und Aluminium-Preisen - insgesamt sind Kraftwerke in den vergangenen zwei Jahren um ca. 30 % gestiegen. Gleichwohl steigt die elektrische Konsumtion in den asiatischen Ländern deutlich an, allein in Vietnam pro Jahr um ca. 17 %. Jede Woche geht in China ein Kohle-befeuertes Großkraftwerk ans Netz - in vielen anderen Ländern werden neue Kernkraftwerke geplant oder sind im Bau. Ist nun der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen zur energetischen Verwendung in Kraftwerken die Lösung? Ja und Nein! Unser eigener Versuch zur Verwendung von Palmölen wurde abgebrochen, nachdem wir erfahren mussten, dass intakte Ökosysteme in Südamerika und Asien gerodet wurden, um entsprechende Anbauflächen zu schaffen. Der Einsatz von Mais in US-Amerikanischen Kraftwerken treibt massiv die Preise in Mexico, Joana hat weitere Beispiele genannt.Food vs. Energy ist nicht nur in Europa ein sehr heißes Thema. Was zunächst einfach scheint: Beimischungen biogener Kraftstoffe - kann massive Probleme verursachen in anderen Ländern, die sehr plötzlich Zugang haben zu hochsubventionierten Produkten in Europa. Das Erschrecken bei uns ist dann manchmal groß, wenn die Waren- und Geldströme sich plötzlich umorganisieren und an der einheimischen Bevölkerung vorbeiziehen. So sind scheinbar einfache, gute Lösungen in Europa manchmal der Grund für eine sich zuspitzende Lebensmittelsituation bzw. drastische Verteuerung von Lebensmitteln in weit entfernten Ländern...
Ich sehe derzeit keine einfach Lösung - aber eines ist klar: Wir müssen lernen, unsere Fragen in systemischen Zusammenhängen zu stellen und gleichzeitig die Antworten hinsichtlich der Auswirkungen in komplexen Systemen zu bewerten... Wertschöpfungsketten müssen bis ans Ende bedacht werden... vielleicht für manche Politiker eine neue Herausforderung. Die Fragestellung - Verwendung biogener Einsatzstoffe oder allgemein Biomasse in Kraftwerken - ist sinnvoll und notwendig - auch wir nutzen das nachwachsende Potenzial und ich glaube, es wird in Zukunft weiter ausgebaut werden, wenn die entsprechenden Infrastrukturen stehen - gleichwohl brauchen wir eine erhöhte Transparenz um erkennen zu können, was wirklich passiert im komplexen Zusammenhang der Geschehnisse - um zu vermeiden, dass wir unser gutes Gewissen mit zunehmenden Problemen in anderen Ländern erkaufen...
Was können wir tun: Schlichtweg weniger Energie konsumieren - effizienter mit Energie umgehen - bewusster uns verhalten. Vielleicht klingt es als Angehöriger eines Energieunternehmens merkwürdig: Aber jede Kilowattstunde Energie, die nicht produziert werden muss, entlastet das Klima, entspannt Brennstoffsituationen, schafft Lösungsräume anderer Art. Es ist den ernsthaften Versuch wert.

Hans-Jürgen Cramer</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Problem scheinbar einfacher Lösungen im Energiebereich&#8230;.</p>
<p>Der Energiehunger der Welt treibt die verschiedensten Preise der Welt in vielfacher Hinsicht: Öl und Gas haben im Grundsatz ein allzeit Hoch erreicht, der Preis der Kohle notierte vergangene Woche bei ca. 114 US Dollar die Tonne,  vor einigen Jahren waren wir bei ca. 35 bis 40 US Dollar. Gleiches sehen wir bei Stahl, Kupfer und Aluminium-Preisen &#8211; insgesamt sind Kraftwerke in den vergangenen zwei Jahren um ca. 30 % gestiegen. Gleichwohl steigt die elektrische Konsumtion in den asiatischen Ländern deutlich an, allein in Vietnam pro Jahr um ca. 17 %. Jede Woche geht in China ein Kohle-befeuertes Großkraftwerk ans Netz &#8211; in vielen anderen Ländern werden neue Kernkraftwerke geplant oder sind im Bau. Ist nun der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen zur energetischen Verwendung in Kraftwerken die Lösung? Ja und Nein! Unser eigener Versuch zur Verwendung von Palmölen wurde abgebrochen, nachdem wir erfahren mussten, dass intakte Ökosysteme in Südamerika und Asien gerodet wurden, um entsprechende Anbauflächen zu schaffen. Der Einsatz von Mais in US-Amerikanischen Kraftwerken treibt massiv die Preise in Mexico, Joana hat weitere Beispiele genannt.Food vs. Energy ist nicht nur in Europa ein sehr heißes Thema. Was zunächst einfach scheint: Beimischungen biogener Kraftstoffe &#8211; kann massive Probleme verursachen in anderen Ländern, die sehr plötzlich Zugang haben zu hochsubventionierten Produkten in Europa. Das Erschrecken bei uns ist dann manchmal groß, wenn die Waren- und Geldströme sich plötzlich umorganisieren und an der einheimischen Bevölkerung vorbeiziehen. So sind scheinbar einfache, gute Lösungen in Europa manchmal der Grund für eine sich zuspitzende Lebensmittelsituation bzw. drastische Verteuerung von Lebensmitteln in weit entfernten Ländern&#8230;<br />
Ich sehe derzeit keine einfach Lösung &#8211; aber eines ist klar: Wir müssen lernen, unsere Fragen in systemischen Zusammenhängen zu stellen und gleichzeitig die Antworten hinsichtlich der Auswirkungen in komplexen Systemen zu bewerten&#8230; Wertschöpfungsketten müssen bis ans Ende bedacht werden&#8230; vielleicht für manche Politiker eine neue Herausforderung. Die Fragestellung &#8211; Verwendung biogener Einsatzstoffe oder allgemein Biomasse in Kraftwerken &#8211; ist sinnvoll und notwendig &#8211; auch wir nutzen das nachwachsende Potenzial und ich glaube, es wird in Zukunft weiter ausgebaut werden, wenn die entsprechenden Infrastrukturen stehen &#8211; gleichwohl brauchen wir eine erhöhte Transparenz um erkennen zu können, was wirklich passiert im komplexen Zusammenhang der Geschehnisse &#8211; um zu vermeiden, dass wir unser gutes Gewissen mit zunehmenden Problemen in anderen Ländern erkaufen&#8230;<br />
Was können wir tun: Schlichtweg weniger Energie konsumieren &#8211; effizienter mit Energie umgehen &#8211; bewusster uns verhalten. Vielleicht klingt es als Angehöriger eines Energieunternehmens merkwürdig: Aber jede Kilowattstunde Energie, die nicht produziert werden muss, entlastet das Klima, entspannt Brennstoffsituationen, schafft Lösungsräume anderer Art. Es ist den ernsthaften Versuch wert.</p>
<p>Hans-Jürgen Cramer</p>
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