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	<title>Kommentare zu: Volunteering – „Lebensgefühl NGO“</title>
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		<title>Von: Adina</title>
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		<dc:creator>Adina</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 10:44:27 +0000</pubDate>
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		<description>Der Freiwilligendienst auch in Ländern des Südens ist nicht ganz so neu. Seit etlichen Jahren zieht es junge Leute für längere Zeit in die Welt. Bisher konnten sich meist Jugendliche mit entsprechendem sozialem Hintergrund diese für sie persönlich wichtige und, wie Joana schreibt, für den Lebenslauf und die Karriere relevante Erfahrung leisten. Klartext: Kids mit begüterten Elternhäusern - &quot;Gestatten: Elite&quot;... Das BMZ-Programm ermöglicht dies nun auch für Jugendliche, die bisher aus finanziellen Gründen außen vor bleiben mußten, sicher aber genauso geeignet oder ungeeignet für ein Auslandsjahr waren/sind. Soweit das Plus für &quot;Weltwärts&quot;. Nun aber kommt die Entsendeorganisation ins Spiel, die Jugendliche in Auslandsprojekte vermittelt. Hier gilt es, genauer hinzusehen. Wie werden die Jugendlichen ausgewählt, wie vorbereitet, welche Kriterien werden an die Freiwilligen und an die Projekte angelegt? Wie sieht es mit der Partizipation der Partnereinrichtung in Ghana oder Bolivien aus, wenn es um den Einsatz von Freiwilligen geht? Wie in dem von Joana zitierten Artikel beschrieben, ist vieles davon mehr als fragwürdig und abenteuerlich. Ein Positivbeispiel in dieser Landschaft ist übrigens WISE e.V., die ihre Freiwilligen sehr sorgfältig auswählen, schulen und in enger Kooperation mit den gastgebenden Einrichtungen betreuen.
Mancher deutsche Träger, vor allem etablierte Entsendeorganisationen, die mit Entwicklungszusammenarbeit nicht unbedingt inhaltlich zu tun haben sondern tatsächlich seit Jahren vom Business des Freiwilligeneinsatzes gut leben, sieht nun &quot;Weltwärts&quot; als zusätzliche Einnahmequelle, denn die Zuschüsse sind beträchtlich - wenn auch nur lukrativ und interessant für ohnehin finanziell potente. Kleine NRO ohne finanzielles Polster haben auch hier wieder kaum eine Chance, weil trotz Zuschuß erhebliche Eigenmittel vorzuschießen sind. 
Was mich bei der ganzen Sache neben der Gutmenschenideologie am meisten stört, ist die programmierte Einbahnstraße. Deutsche fördern, damit sie sich einen Traum erfüllen, soziale und interkulturelle Kompetenz schulen - das ist drin. An ein Reverseprogramm denkt das BMZ dabei (noch?) nicht wirklich. Mir würde es viel besser gefallen, mindestens die Hälfte der Mittel aus &quot;Weltwärts&quot; dafür einzustellen, dass NRO und Initiativen, die nachhaltige Projekte im Süden z.T. seit Jahren unterstützen und zu ihren Partnern feste Beziehungen auf Augenhöhe unterhalten, die Möglichkeit bekommen, fitte Menschen aus dem Süden für einige Monate zu Praktika nach Deutschland zu holen. Sie könnten dann ihre Kompetenzen für nachhaltige Projektarbeit hier erweitern, die Arbeitsbedingungen ihrer deutschen Partner kennenlernen, einen Einblick in die komplizierte Förder- und Spendenlandschaft bekommen, erleben, wie Deutschland &quot;tickt&quot; und illusionäre Vorstellungen gegen sachliche Informationen austauschen. Solcherart geschulte junge Menschen aus &quot;Entwicklungsländern&quot; bringen auch den Projekten dort letztlich mehr als tausende gutwillige deutsche Abiturient_innen. Was die EZ braucht, sind einheimische Fachleute mit weltweitem Horizont in Afrika, Amerika und Asien.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Freiwilligendienst auch in Ländern des Südens ist nicht ganz so neu. Seit etlichen Jahren zieht es junge Leute für längere Zeit in die Welt. Bisher konnten sich meist Jugendliche mit entsprechendem sozialem Hintergrund diese für sie persönlich wichtige und, wie Joana schreibt, für den Lebenslauf und die Karriere relevante Erfahrung leisten. Klartext: Kids mit begüterten Elternhäusern &#8211; &#8222;Gestatten: Elite&#8220;&#8230; Das BMZ-Programm ermöglicht dies nun auch für Jugendliche, die bisher aus finanziellen Gründen außen vor bleiben mußten, sicher aber genauso geeignet oder ungeeignet für ein Auslandsjahr waren/sind. Soweit das Plus für &#8222;Weltwärts&#8220;. Nun aber kommt die Entsendeorganisation ins Spiel, die Jugendliche in Auslandsprojekte vermittelt. Hier gilt es, genauer hinzusehen. Wie werden die Jugendlichen ausgewählt, wie vorbereitet, welche Kriterien werden an die Freiwilligen und an die Projekte angelegt? Wie sieht es mit der Partizipation der Partnereinrichtung in Ghana oder Bolivien aus, wenn es um den Einsatz von Freiwilligen geht? Wie in dem von Joana zitierten Artikel beschrieben, ist vieles davon mehr als fragwürdig und abenteuerlich. Ein Positivbeispiel in dieser Landschaft ist übrigens WISE e.V., die ihre Freiwilligen sehr sorgfältig auswählen, schulen und in enger Kooperation mit den gastgebenden Einrichtungen betreuen.<br />
Mancher deutsche Träger, vor allem etablierte Entsendeorganisationen, die mit Entwicklungszusammenarbeit nicht unbedingt inhaltlich zu tun haben sondern tatsächlich seit Jahren vom Business des Freiwilligeneinsatzes gut leben, sieht nun &#8222;Weltwärts&#8220; als zusätzliche Einnahmequelle, denn die Zuschüsse sind beträchtlich &#8211; wenn auch nur lukrativ und interessant für ohnehin finanziell potente. Kleine NRO ohne finanzielles Polster haben auch hier wieder kaum eine Chance, weil trotz Zuschuß erhebliche Eigenmittel vorzuschießen sind.<br />
Was mich bei der ganzen Sache neben der Gutmenschenideologie am meisten stört, ist die programmierte Einbahnstraße. Deutsche fördern, damit sie sich einen Traum erfüllen, soziale und interkulturelle Kompetenz schulen &#8211; das ist drin. An ein Reverseprogramm denkt das BMZ dabei (noch?) nicht wirklich. Mir würde es viel besser gefallen, mindestens die Hälfte der Mittel aus &#8222;Weltwärts&#8220; dafür einzustellen, dass NRO und Initiativen, die nachhaltige Projekte im Süden z.T. seit Jahren unterstützen und zu ihren Partnern feste Beziehungen auf Augenhöhe unterhalten, die Möglichkeit bekommen, fitte Menschen aus dem Süden für einige Monate zu Praktika nach Deutschland zu holen. Sie könnten dann ihre Kompetenzen für nachhaltige Projektarbeit hier erweitern, die Arbeitsbedingungen ihrer deutschen Partner kennenlernen, einen Einblick in die komplizierte Förder- und Spendenlandschaft bekommen, erleben, wie Deutschland &#8222;tickt&#8220; und illusionäre Vorstellungen gegen sachliche Informationen austauschen. Solcherart geschulte junge Menschen aus &#8222;Entwicklungsländern&#8220; bringen auch den Projekten dort letztlich mehr als tausende gutwillige deutsche Abiturient_innen. Was die EZ braucht, sind einheimische Fachleute mit weltweitem Horizont in Afrika, Amerika und Asien.</p>
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