Ein Venture Fund für Sozialunternehmer

In der gerade erschienenen Ausgabe von Red Herring, dem amerikanischen Technologiebusiness-Journal, findet sich ein interessantes Interview mit Jacqueline Novogratz, Gründerin des Acumen Fund. Acumen ist ein weltweiter Venture Fund, der in Unternehmen und Technologie investiert, die das Leben armer Menschen – an der Bottom of the Pyramid – verbessern.

Ziel des Funds ist es bis zum Jahre 2001 $US 100 Millionen einzusammeln und mit diesem Geld das Leben von 50 Millionen Menschen nachhaltig zu verbessern. Siebe Jahre alt, hat Acumen bislang $ 32 Millionen aufgebracht – meist von wohlhabenden Individuen und Stiftungen – und in Unternehmen in Kenya, Indien, Pakistan und Tanzania investiert. Ein Investment in Tanzania ist beispielsweise A to Z Textile Mills, die Insektizit-imprägnierte Mückennetze vertreiben und mittlerweile mit 7000 Angestellten, den meisten davon Frauen, der zweitgrößte Arbeitgeber im Land ist.

Die Investitionen des Funds belaufen sich zwischen $300,000 und $2 Million, immer mit dem Ziel Geschäftmodelle zu entwickeln, die kopiert und skaliert werden können.

Das Interview greift einige der Fragen auf , die uns auch schon bei betterplace beschäftigt haben: so zum Beispiel, ob der Markt ein effizienterer Hebel zur Armutsbekämpfung ist, als der non-profit Sektor. (Novogratz sagt: Ja.)

Interessant ist auch, nach welchen Kriterien Acumen sich für oder gegen eine Investition entscheidet. Von größter Bedeutung ist dabei die Person des Sozialunternehmers selbst. Er muß nicht nur schon einen Vertrieb vorweisen können, sondern auch intime Marktkenntnisse besitzen.

Jaqueline Novogratz zitiert Bill Drayton (von Ashoka), das nur einer von einer Millionen Sozialunternehmern das Format von Mohammed Yunus, dem Gründer der Grameen Bank, hat. Um ihm dann aber auch gleich zu widersprechen, da sich mit der zunehmenden Präsenz und Professionalisierung immer mehr begabte Menschen für den Sektor interessieren. „Als wir im April 2000 anfingen, schauten wir uns 700 potentielle Investments an und wir konnten uns für keines begeistern. Mittlerweile sehen wir jedes Jahr qualifiziertere Sozialunternehmer.“

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