Archiv für Juli 2008

Alles Gute zum 227. Geburtstag!

Immer wieder kommt die Frage, was besondere Erfolgsmomente für betterplace und das betterplace Team seien. Wer mich fragt, wird hören: wenn die Plattform benützt wird. Weil es für mich bedeutet, dass die Möglichkeiten, die die Idee und die Umsetzung betterplace bieten, gesehen, verstanden und für sich nutzbar gemacht werden. Adina Hammoud vom Berliner Verein GSE ist immer wieder ein gutes Beispiel dafür. In diesen Tagen feiert sie zusammen mit ein paar Freunden insgesamt ihren 227. Geburtstag:

Was mich betrifft, so besitze ich jede Menge Bücher, CD’s, DVD’s, zuviele Klamotten, genug Schuhe, Taschen, Geschirr & sonstigen Hausrat, Topfpflanzen, Übertöpfe….. Außerdem zeigt die Waage an, dass der Verzehr von Schokolade, Pralinen und ähnlichen Verlockungen bis auf ein serotoninspiegelerhaltendes Minimum einzuschränken ist. Wer die Absicht hatte, mir aus Anlaß meines bestürzenden Anteils an og. 227 Jahren Lebensalter etwas davon zu verehren – danke, total lieb! Aber eine Bitte: nehmt die Euros und Cents, die Ihr dafür evt. ausgegeben hättet und spendet sie an eines der GSE-Projekte, die dringend Eigenanteile benötigen. Ihr findet sie folgendermaßen:

a. Bolivien Bus: http://de.betterplace.org/projects/35

b. Bildung Inland: http://de.betterplace.org/projects/191

c. Story telling Südafrika: http://de.betterplace.org/projects/249

Es freut einen einfach. Übrigens ist es eine gute Idee, sich die Projekte auch anzusehen und zu unterstützen, wenn man nicht zu der sich großartig anhörenden Feier eingeladen ist. Adina Hammoud selber kann man im 3sat ’neues‘ Beitrag sehen und hören.

Adina, wir wünschen Euch eine wunderbare Party und dass die Projekte möglichst viel Unterstützung bekommen!

Mit kleinen Impulsen, Großes bewegen

Neulich begegnete ich dem so genannten Beatrice Theorem: Kleine Impulse können Großes bewegen.

Nicholas Kristofs Geschichte, von Beatrice Biira beginnt in Uganda. Dort wuchs Beatrice als Kind armer Bauern auf – ohne Chance auf eine Schulausbildung und prädestiniert wie ihre Eltern Analphabetin zu bleiben. Zur gleichen Zeit, als das Mädchen davon träumte zur Schule zu gehen, beschloss eine Kirchengemeinde in Connecticut, USA, das Leben afrikanischer Bauern etwas zu verbessern: Durch Heifer International, einer in Arkansas basierten Organisation, die Tiere an verarmte Landbewohner vergibt, schickten sie einige Ziegen nach Uganda.

Eine der Ziegen, die im Heifer Katalog 120 US$ kostet, landete bei Beatrice Eltern. Bald darauf bekam sie Zwillinge, sodass Beatrice und ihre Geschwister plötzlich nahrhafte Milch trinken konnten. Die überschüssige Milch wurde verkauft und bald hatten die Eltern genügend Geld um ihre Tochter zur Schule zu schicken. Ein Amerikaner, der ihre Schule besuchte, hörte diese Geschichte und schrieb 2000 einen Kinderbestseller über „Beatrice Ziege“. Als herausragende Schülerin gewann Beatrice nicht nur weitere Stipendien, sie wurde auch am Connecticut College aufgenommen, wo sie gerade – als erstes Mitglied ihrer Gemeinschaft – ihr Studium abgeschlossen hat. Ihre Studiengebühren und Ausgaben wurden von einer Gruppe von 20 Heifer Spendern übernommen.

Es war Jeffrey Sachs, der, nachdem er Beatrice auf einer Heifer Konferenz hatte sprechen hören, ihre Geschichte zum „Beatrice Theorem“ erklärte.

Natürlich hätte vieles falsch laufen können: Beatrice selbst sagt, dass Korruption in Uganda weit verbreitet ist. Ein korrupter Beamter hätte die Ziege nur dann aushändigen können, wenn die Eltern ihm erlaubt hätten, mit dem Mädchen Sex zu haben. Die Ziege hätte sterben oder gestohlen werden können. Oder Beatrice selbst hätte nach dem Genuss unpasteurisierter Milch sterben können.

Ja, 1000 Dinge hätten schief gehen können, aber wenn das Modell an sich gut ist, klappen sie oft halt auch. Beatrice jedenfalls möchte einen Masterabschluß an der Clinton School of Public Service machen und danach als Entwicklungshelferin nach Afrika zurückkehren.

Wie Nicholas Kristof zutreffend schreibt:

the challenges of global poverty are vast and complex, far beyond anyone’s power to resolve, and byung a farm animal for a poor family won’t solve them. But Beatrice’s giddy happiness is still a reminder that each of us does have the power to make a difference – to transform a girl’s life with something as simple and cheap as a little goat.

Unser Freund – und betterplace-Fan – Rischi, Gründer der Berliner Bio fastfoods-Kette Gorilla, pflegt zu sagen:

Jetzt, wo es betterplace gibt, gibt es keine Ausrede mehr, nichts zu tun. Alle diese Leute die fatalistisch sagen: ‚Ach ich kann gegen die globale Armut doch nichts ausrichten’ die können jetzt etwas tun: konkret, direkt und einfach.

Zum Beispiel einem armen krebskranken Kind in Equador mit 200 Euro für eine Therapie das Leben retten oder für 250 Euro einem schutzbedürftigen Flüchtling in Deutschland einen Mentor an die Seite stellen.

dinner for a better place


Natürlich war es keines dieser Charity-Dinner, bei denen schon an der Türschwelle jedem Gast Überweisungsträger in die Hand gedrückt werden, sondern ein gemütliches Zusammentreffen spannender Menschen, die betterplace einfach gut finden. Sicher, unser Ziel war es, diese Menschen voll und ganz zu begeistern, und bei dem einen oder anderen Gast hat das auch geklappt.

Benito kochte ein köstliches Menü, auch der Wein schmeckte. Dazu gab es heiße Diskussionen über Vertrauensbildung auf der Plattform.

Und wieder kamen die alten Fragen auf: Müssen wir mit großen Organisationen wie Unicef zusammenarbeiten, um Erfolg zu haben? Können wir ein offener Marktplatz sein, oder brauchen wir strenge Qualitätskriterien für die Projekte, die sich auf der Plattform registrieren? Brauchen wir selbst ein Spendensiegel?

Sicher ist: Nur etwa 0,1% der Hilfsorganisationen in Deutschland haben das dzi Spendensiegel. Den übrigen 99%,9, genauso wie den tausenden von Grassroots Projekten weltweit wollen wir mit betterplace einen Kanal bieten, Spenden zu sammeln. Darum ist betterplace ein offener Marktplatz, auf dem jedes der registrierten Projekte für seinen Erfolg letzlich selbst verantwortlich ist. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, ihre Netzwerke auf die Plattform zu holen, die hier schnell und einfach helfen können.

Darum spendet man auf betterplace auch nur an Projekte, die man kennt, bzw deren Projektverantwortliche oder Fürsprecher man kennt. Und derjenige, der nur dem Spendensiegel traut, der spendet eben an Projekte der großen, „etablierten“ Organisationen wie dem Deutsche Kinderhilfswerk oder Care, die sich ebenso wie die Kleinen dazu verpflichten, 100% der Spenden, die sie über betterplace erhalten, für die von ihnen angegebenen Bedarfe auszugeben. Ein denkbar einfaches Prinzip.

Fazit: Ein gelungener Abend, der uns viele Denkanstöße gegeben hat. Und die heißen Diskussionen bestätigten uns, dass betterplace die Gemüter bewegt und unsere Idee keinem egal ist.

Volunteering – „Lebensgefühl NGO“

Spätestens seitdem das Bundesentwicklungsministerium Anfang des Jahres den Freiwilligendienst Weltwärts ins Leben gerufen hat, zieht es Heerscharen von jungen Deutschen in die Länder des Südens. 70 Millionen Euro stehen für diesen größten Freiwilligendienst Europas zur Verfügung, bis zu 10.000 Freiwillige zwischen 18-28 Jahren können fortan kostenfrei ein Jahr indische Slumbewohner unterstützen, im Niger Giraffen schützen oder peruanische Umweltprojekte begleiten.

Der Run auf die Programme ist gewaltig: Auf 100 Plätze der Weltwärts-Partnerorganisation American Field Service bewarben sic 1400 Freiwillige, beim Deutschen Entwicklungsdienst (DeD) kamen auf 275 Plätze 1300 Interessenten. Entwicklungspolitisches Engagement ist in.

Wer braucht unqualifizierte Helfer?

Doch wie sinnvoll ist dieses Engagement junger Deutscher, die als Qualifikation gerade mal ihren Schulabschluss vorzuweisen haben? Und wem nutzt es wirklich? Den lokalen NGOs, der bedürftigen lokalen Bevölkerung – oder nur den Jugendlichen selbst, die aus den Kinderzimmern kommend ein Abenteuer erleben?

Die von Florian Töpfl für das Magazin der Süddeutschen Zeitung  -„Egotrip ins Elend –interviewten Experten und Nichtregierungsorganisationen, stehen den Freiwilligen durchweg kritisch gegenüber:  Die Berliner Politikprofessorin Claudia von Braunmühl ist über Weltwärts „entsetzt“ und hält die Initiative für grenzenlos populistisch, weil sie kaum frage: „Was brauchen die Menschen in diesen Ländern wirklich?“ Auf keinen Fall unqualifizierte Helfer. In der jetzigen Form erinnere das Programm an Dschungel Camp Shows auf den Privatsendern.

Die kambodschanische NGO Friends, die in Phnom Penh mit 240 kambodschanischen Mitarbeitern 10 Lehrbetriebe für marginalisierte Kinder betreibt und bei der täglich Ausländer vorbeikommen, die ihre kostenlosen Dienste anbieten, lehnt unqualifizierte Helfer ebenfalls ab. „Die halten unsere Kinder nur vom Lernen ab“. Zudem gab es eine Menge Probleme mit Pädophilen. Auch Chris Minko, der in Kambodscha eine nationale Volleyball-Liga für behinderte Sportler aufbaute, um Landminenopfer und Polio-Geschädigte in die Gesellschaft zu integrieren, verzichtet ebenfalls auf Freiwillige. „Die Probleme in Entwicklungsländern sind so verdammt komplex – die kann niemand in 12 Monaten kapieren“, sagt er. Kulturadequates Verhalten lernt man nicht von heute auf morgen und eine Freiwillige, die ihren Laptop an einen der Mitarbeiter verschenkt und damit unwissentlich den Neid aller anderen Helfer provoziert, kann eine ganze Organisation in Unruhe versetzen.

Ausländische Freiwillige als Prestigeobjekte

Wenn sie schon nicht wirklich für die Arbeit eingesetzt werden können, so werden Freiwillige von vielen lokalen NGOs gerne als „Prestigeobjekt“ eingesetzt um z.B. an ausländische Spender heranzukommen. In vielen Ländern des Südens sind NGOs einer der wenigen, wenn nicht sogar der lukrativste Beschäftigungszweig – alleine in Kambodscha sind 300 internationale und 1000 lokale NGOs tätig. Da ist es oft nicht leicht zu unterscheiden welchen Interessen die Arbeit dient: der Hilfe für Bedürftige oder dem Profit und Selbsterhaltungstrieb ihrer Gründer.

Spoiler am Heck eines getunten Lebenslaufs

Fazit des Artikels: Diejenigen, die von den Freiwilligenprogrammen am meisten profitieren sind die Freiwilligen selbst. Sie bekommen nicht nur ein 10tägiges Vorbereitungsseminar, gefolgt von einem zweiwöchigen interkulturellen Training und sind während des ganzen kostenlosen Aufenthalts vollständig abgesichert. Sie erwerben darüber hinaus auch für ihren Lebenslauf Pluspunkte. Personalchefs stehen den Auslandsaufenthalten positiv gegenüber, erwerben die potentiellen Bewerber doch persönliche Reife und (inter)kulturelle Kompetenz.

Wenn Freiwilligendienste jedoch „Spoiler am Heck eines getunten Lebenslaufs“ sind und sehr viel mehr lernen, als das sie selbst helfen – warum kommen dann die Millionen für das Weltwärts Programm aus dem Entwicklungshilfe-Etat und nicht aus dem des Bildungsministeriums?

Aber das ist eine Frage, die man in der Entwicklungspolitik sich nur allzu oft stellen kann, kommen doch viele Maßnahmen mehr den eigenen Bürgern und Unternehmen zu gute, als den Ländern, denen sie eigentlich helfen sollen.

Bitte stärker differenzieren!

Mein Fazit: eine kritische Hinterfragung des neuen Hobbys Volunteering ist angebracht: Viel zu viele Menschen fahren mit sehr naiven Vorstellungen zu sozialen Projekten, in der Meinung, diese hätten nur auf sie gewartet. Dabei spiegelt sich zum Teil auch das alte Überlegenheitsgefühl der westlichen Welt wieder: wir wissen, was ihr braucht. Wir können Euch helfen.

Diese Haltung verkennt, das Menschen vor Ort oft die besten Kenner ihrer Probleme, Bedürfnisse und Interessen sind und die Lösungen auch schon parat haben. Doch für viele von diesen Lösungen kann eine zusätzliche Unterstützung durch externe Ressourcen (Geld, Zeit, Expertise) nicht nur sinnvoll, sondern gelegentlich auch notwendig sein. Ich denke dabei an Projekte wie dieses.

Ebenso geht das Argument, nur ein jahreslanges Verweilen in einer Gesellschaft könne zu kulturadäquatem Verhalten führen, über das Ziel hinaus: Natürlich kann man solches auch bei kürzeren Auslandsaufenthalten erlernen. Dies ist weniger eine Frage der Aufenthaltsdauer, als vielmehr einer generellen, oft individualpsychologisch begründeten, Sensibilität für neue kulturelle Kontexte.

betterplace in ’neues‘ auf 3sat

betterplace im 3sat-Computerformat

hier kann man sich den Beitrag anschauen.

Studie zu Online Spenden Marktplätzen

 

Susanna Krüger berichtet auf Mutmacher über eine Keystone („accountibility for social change“) Studie ONLINE PHILANTHROPY MARKETS: From ‚feel-good’ giving to effective social investing?, die für alle online-Spender und damit auch für uns bei betterplace hoch interessant ist.

Wie effektiv tragen Online Marktplätze wie Global GivingKivaGiveIndia oder HelpArgentina zu einer qualitativen und quantitativen Transformation des philanthropischen Engagements bei?

Die sich rapide ausbreitende Landschaft der online Philanthropie birgt das Potential Transparenz und Rechenschaft im non-Profit Sektor extrem zu steigern und in Folge dessen große Effizienzgewinne zu erbringen.

So schreibt Llyod Nimetz im Stanford Social Innovation Review: 

eBay disintermediated shopping. Napster initially did the same for music and Wikipedia for information. More recently it has been Prosper for the sluggish industry of unsecured loans.  What paradigm shifting changes has the Internet brought to the slowest sector of them all, the philanthropic sector?  The answer might be online giving markets.

Doch ihr radikales Potential, so das Fazit der Studie, wird von den wenigsten Plattformen eingelöst. Statt soziales Engagement als soziales Investments zu betrachten, welches sich konkreten, z.T. messbaren Bewertungs- und Erfolgskritierien stellen muss, fördern die meisten Plattformen das traditionelle „feel good giving“.

Für uns bei betterplace ist diese Diskussion von enormem Interesse. Unser Anspruch ist es, daran mitzuwirken, soziales Engagement nicht nur einfacher, sondern auch effizienter und leistungsorientierter zu gestalten. Daher legen wir Wert auf die kleinteilige und differenzierte Darstellung der Bedarfe einer Organisation. Zudem verpflichten wir Projektverantwortliche regelmäßig Feedback über ihre Arbeit zu geben. Und über das Web of Trust ermöglichen wir einer möglichst großen Menge von Menschen ihre Erfahrungen mit einem konkreten Projekt und einem Projektverantwortlichen darzulegen.

Zugleich machen wir uns Gedanken über die Bandbreite an Instrumenten (von Spenden über Mikrokredite bis zur Vermittlung von Expertenwissen), die für unterschiedliche soziale Probleme angemessen und am erfolgversprechendsten sind. So macht es meines Erachtens wesentlich mehr Sinn, einem Unternehmer, z.B. dem Betreiber eines Lokals in Katmandu, einen Kredit für die Anschaffung eines Fernsehers zu bewilligen, als ihm das Geld dafür zu schenken. Auf der anderen Seite sind nicht profitorientierte Initiativen, wie Schulen oder Straßenkinderprojekte, auf Geldspenden angewiesen, da sie Kredite nur schwer zurück zahlen können.

Um das Unterstützern auf betterplace zur Verfügung stehende Instrumentarium zu erweitern, werden wir in einem nächsten Schritt z.B. die Vergabe von Mikrokrediten auf der Plattform ermöglichen.

Zugleich müssen wir uns eingestehen, dass wir am Anfang eines langen und komplexen Lernprozesses stehen. Wenn die Menschheit genau wüsste, was in der Welt der Armutsreduzierung und des sozialen Engagements funktioniert und was nicht, würde die Bilanz nach 5 Jahrzehnten Entwicklungsarbeit nicht so miserabel aussehen, wie sie es tut.

Ich verstehe betterplace als eine Plattform, auf der genau dieses Lernen stattfindet: Welche Intervention funktioniert für welches Problem? Wie sehen in den unterschiedlichen Projektsparten die Kriterien für Erfolg jeweils aus? Welche Informationen – wie aufbereitet – müssen Unterstützern für eine informierte Auswahl zur Verfügung gestellt werden?

Wir sind Teil eines extrem spannenden Prozesses, der die Welt wirklich revolutionieren kann. Damit dies gelingt, müssen wir jedoch unsere eigene Performance und die von uns zur Verfügung gestellten Instrumente aufmerksam beobachten und auf ihre Sinnhaftigkeit hin immer wieder hinterfragen. Studien wie die vorliegende können uns dabei helfen. 

Der neue Admin King: Herzlich Willkommen, Michael!

Michael Tuchen ist der neue Mann bei betterplace für Finanzen, Steuern, Personal und allem, was mit Zahlen zu tun hat und bei den meisten Menschen Schweißausbrüche auslöst. Herzlich Willkommen, Michael!

Wie bist du zu betterplace gekommen? In welcher Lebenssituation ist dir betterplace begegnet?

Ich habe im letzten Oktober nach zwölf Jahren mal eine Auszeit von der Arbeit genommen und einen meiner Träume verwirklicht: eine lange Reise durch Neuseeland mit einer Woche Erholung auf den Cook-Inseln.

Zurück in Deutschland habe ich dann ein paar Projekte als freiberuflicher Unternehmensberater gemacht. Ich habe aber gemerkt, dass das nicht ganz das richtige ist. Wenn man vorher den ganzen Tag im Wesentlichen nur kommuniziert hat, ist die Ruhe am Anfang sehr erholsam. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich wieder in einem Team arbeiten will. Ich habe die letzten vier Jahre als Prokurist in einem Unternehmen für häusliche Intensivpflege gearbeitet und diese Arbeit habe ich als sehr sinnvoll erachtet. Daher war mir klar, dass wenn ich mich neu mit einem Unternehmen „verheirate“, ich voll hinter der Sache bzw. dem Produkt stehen will.

Bei einem Kaffee mit einer ehemaligen Kollegin, hat sie mich auf betterplace aufmerksam gemacht und dann auch einen Kontakt mit Till hergestellt (Danke Isabel!). Ich habe mich dann mit Till hier im Büro getroffen und aus meiner Sicht hat die Chemie sofort gestimmt. Ich bin durch das Team und die gute Sache, für die betterplace steht, überzeugt worden. Die Gespräche mit Joana, Kerstin und Stephan Schwahlen haben mich in meiner Entscheidung für betterplace weiter bestärkt.

Wie bist du der/die geworden, der/die du heute bist?

Wer bin ich heute? Gute Frage. Ich denke, was das Berufsleben angeht bin ich relativ analytisch und strukturiert, ohne allerdings ein „Erbsenzähler“ zu sein. Ich versuche immer das gesamte Bild zu sehen. Ansonsten versuche ich auch in Stress- und Krisensituationen einigermaßen gelassen zu bleiben. Das ist erstens besser für die eigene Gesundheit und zweitens braucht kein Mitarbeiter eine Führungskraft, die wie ein aufgescheuchtes Huhn durchs Büro rennt.

Geprägt wurde ich in meiner beruflichen Entwicklung durch die drei Vorgesetzten, mit denen ich in meinen ersten Berufsjahren zusammenarbeiten durfte. Sie waren nicht nur gute Vorgesetzte, sondern haben sich als Führungskräfte im Sinne des Wortes gezeigt und haben mich gut gecoacht. Ich konnte bei Ihnen lernen, was aus meiner Sicht gute Führung ausmacht. Ich hoffe, dass ich weiter die Gelegenheit haben werde etwas davon an junge Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

Was möchtest du bei betterplace bewegen? Wie willst du dabei vorgehen? Was steht bei dir ganz oben auf der Prioritätenliste?

Ich will helfen, dass betterplace als Marktplatz für soziale Projekte und Unterstützer den Erfolg hat, den es braucht, um die Welt etwas besser zu machen.

Für mich als Frischling sowohl bei betterplace als auch in der Welt des CSR steht zuhören und lernen an erster Stelle. Begreifen, wie die Dinge funktionieren und wie die Menschen mit denen und für die man arbeitet ticken. Und wenn ich dann sehe, wo ich am besten helfen kann, will ich mit Rat und Tat die Projekte und Prozesse bei betterplace erfolgreich machen.

Was ist für dich einmalig an betterplace?

Die Menschen, die an diesem Projekt arbeiten! Ihre Ideen, Energie und ihre Leidenschaft für die Sache machen betterplace einmalig und ermöglichen eine erfolgreiche Zukunft.

Was kann/wird die Zukunft von betterplace sein?

betterplace wird die Plattform für soziale Projekte und deren Unterstützer sein. Und es wird der Ort sein, an dem Unternehmen ihr soziales Engagement erfolgreich zeigen können. betterplace wird die Menschen und ihr Engagement weltweit verbinden.