Archiv für September 2008

Eine Frau. Ein Buch: Gutes Tun

Nach dem Bestseller Ein Mann. Ein Buch. kommt nun das Buch für Frauen: Eine Frau. Ein Buch.

Eine Frau sollte einige Dinge wissen über das Leben: z.B. wie man überall reinkommt, Kunst kauft, einen LKW einparkt, Diamanten erkennt und heilig gesprochen wird. 

Dieses Buch verrät mehr Geheimnisse als die beste Freundin, kümmert sich wie eine Mutter, durschaut die Rivalin, überzeugt die Chefin, treibt an wie ein Personal Trainer, erstaunt die Anwältin und lästert wie der schwule Freund. 

Eines der Dinge, die man als Frau wissen sollte, ist, wie man Gutes Tut. Hierzu bietet das  Buch einige praktische Hinweise; es warnt vor intransparenten Organisationen mit aggressiver Werbung, erklärt Direktpatenschaften wie die von Plan und World Vision und die Gradwanderung, die Charity Ladies beherrschen müssen, damit der Spaß am gemeinschaftlichen Fundraising nicht in moralistisches Missionieren umkippt.

Will man nun ganz konkret was Gutes tun, dann weisen die Autorinnen Heike Blümner und Jaqueline Thomae auf betterplace.org hin: 

betterplace ist eine Stiftungs GmbH, auf deren Internetplattform sich Hilfsprojekte weltweit treffen können. Sie können hier Unterstützung finden, sich aber auch Projekte aussuchen, die Sie unterstützen möchten. Interesant ist die riesige Auswahl an verschiedensten Projekten weltweit, mit denen man persönlich in Kontakt treten kann, und die auf auch an Sachspenden, Zusammenarbeit und Know-How interessiert sind, Interessant ist außerdem, dass alle privaten Spenden ohne Abzüge (also zu 100%) weitergeleitet werden, denn die Stiftung finanziert sich durch den Gewinn, den sie mit Unternehmen macht, die kostenpflichtig ihr soziales Engagement auf der Website vorstellen, sowie über Partner.

Wissen Sie schon, wie einfach es ist, effektiv Gutes zu tun?

Mit 3 Klicks und 30 Euro können Sie einem der 8000 Leipziger Kinder, die auf Grund sozialer oder finanzieller Notlagen ihrer Eltern mit leerem Magen zur Schule kommen oder kein Schulessen bekommen können, einen ganzen Monat lang eine tägliche Mahlzeit ermöglichen

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betterplace wächst und gedeiht. Und wir suchen Dich, um betterplace weiter voranzubringen

Wir suchen engagierte und kompetente Menschen, die ihr Wissen und ihre Leidenschaft erfolgreich bei betterplace einbringen wollen. Gebraucht werden Profis für folgende Positionen:

  • Mitarbeiter/in Community und Content, der/die in Vollzeit daran mitarbeitet, dass betterplace ein noch erfolgreicherer und lebendigerer Marktplatz für soziales Engagement wird.
  • Mitarbeiter/in PR, der/die möglichst Vollzeit seine/ihre Erfahrungen und Netzwerk einsetzt, damit alle Welt von betterplace erfährt.
  • Leiter/in Corporate Sales, der/die in Vollzeit seine/ihre Energie dafür einsetzt, Unternehmen für die Möglichkeiten ihr CSR-Engagement mit betterplace erfolgreich, öffentlich und transparent zu gestalten, begeistert und sie zu zufriedenen Kunden macht, damit wir weiterhin 100% der Spenden weiterleiten können.

Solltet Ihr Interesse an einer dieser Aufgaben haben, so wendet Euch bitte an Michael Tuchen unter jobs@betterplace.org. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Daneben bieten wir weitere Möglichkeiten der Mitarbeit in Form der freien Mitarbeit, als Praktikum oder als Volunteer in den verschiedensten Bereichen.

Motive von Onlinespendern

Für betterplace ist es sehr wichtig zu verstehen, was Sie motiviert bei betterplace aktiv zu werden. Denn nur wenn wir Ihren Bedürfnissen und Motiven gerecht werden, können wir unser gemeinsames Ziel der weltweiten vernetzten Hilfe erreichen.

Leider gibt es bis jetzt nur wenige Studien, die sich mit den Motiven von Onlinespendern und im Speziellen mit den Motiven von Spendern auf Onlinespendenplattformen beschäftigen. Die Studie „New media fundraising: 21st century innovations“ der CAF (Charities Aid Foundation) und die Studie „American Express Charitable Gift Survey“ geben jedoch erste Antworten zu diesem interessanten Thema.

Spender wollen den positiven Einfluss ihrer Spenden sehen
„The added incentive is that donors can see the impact of their donation when project leaders post progress reports on the site.“ beschreibt die CAF den Mehrwert von Onlinespendenplattformen. In der „American Express Charitable Gift Survey“ wurden folgende Motive für das Onlinespenden im Allgemeinen erhoben:

  • 64,3% geben an online zu spenden, da es schnell und bequem funktioniert und schnell auf dringende Hilfeaufrufe reagiert werden kann.
  • 20,3% der Befragten spendeten online, da sie jemand dazu aufgefordert hatte (z.B. durch eine e-Mail einer NGO), weil es der einzige Weg war, wie der Spender der NGO etwas spenden konnte oder weil der Spender im Internet auf die NGO gestoßen war.
  • Andere Motive, wie z.B. Bonusprogrammpunkte der Kreditkartenunternehmen zu erhalten, nannten 15,4%.

Warum wird nicht online gespendet?
Die Studie fragte auch danach, warum nicht online gespendet wurde:

  • Von den Befragten, die nicht online gespendet hatten, nannten 27,6%, dass sie nicht gefragt wurden online zu spenden oder keine Onlinespendenseite finden konnten.
  • 24,4% hatten Sorgen um die Sicherheit ihres online gespendeten Geldes oder befürchteten, dass ihr Geld nicht zu der richtigen NGO oder dem richtigen Projekt gelangen würde.
  • Keinen Computer oder Internetzugang zu besitzen war für 24,0 % der Befragten der Grund warum sie nicht online gespendet hatten.
  • 15,4% der Beragten ist das Onlinespenden nicht persönlich genug.

Warum spenden Sie online?
Welche Motive veranlassen Sie zum Spenden auf einer Onlinespendenplattform? Warum spenden Sie gerade auf betterplace? Mit diesem Thema setzt sich auch die wissenschaftliche Hausarbeit Konsummotive im Spendenwesen – die neue Art des Gebens von Ellen Nagel und mir auseinander. Dazu brauchen wir Ihren Input! Wir würden uns über Antworten auf diese Fragen sehr freuen (als Kommentar auf diesen Blogpost oder per e-Mail an: ma@betterplace.org).

Mara Ascher

Was ist ein empfehlenswertes Projekt?

Was sind empfehlenswerte Projekte auf betterplace?

Meine Kurzantwort wäre: solche, deren Arbeit effektiv ist, d.h. die das von ihnen verfolgte Projektziel wirklich erreichen und den größt möglichen nachhaltigen Mehrwert für die eigentlichen Nutznießer erzeugen. 

Doch Projekterfolg ist schwer zu messen: Evaluation von sozialem Fortschritt ist ein eigener Wissenschaftszweig und es ist völlig illusorisch jedes auf betterplace veröffentlichte Projekt einer professionellen Beurteilung zu unterziehen. Deshalb müssen wir uns einer Reihe anderer Kriterien bedienen, um Projekte einschätzen zu können.  

In den letzten Monaten haben wir uns im Team immer wieder zusammengesetzt und darüber diskutiert, welche Qualitätskriterien es für betterplace Projekte gibt. Da sind zum einen eine Menge formeller Kriterien, die ein Projekt auf betterplace anschaulich und ansprechend machen: gibt es Photos vom Projekt? Hat der Projektträger sein Logo hochgeladen? Sind die Bedarfe differenziert aufgeschlüsselt? Wie regelmäßig schreibt der Projektverantwortliche in seinem Projektblog? Usw. 

Zum anderen gibt es natürlich noch eine Menge anderer, qualitativer Kriterien: hat das Projekt ein nachvollziehbares Ziel? Hat der Projektverantwortliche sich und seine Organisation so dargestellt, dass man ihnen vertraut? Macht das Projekt einen seriösen Eindruck und gibt es ernst zu nehmende Fürsprecher und Besucher, die für es „bürgen“?

betterplace ist eine offene Plattform und jedes Projekt kann sich – im Rahmen des Gesetzes – darstellen und um Unterstützung werben. Dennoch greifen wir an ein paar Stellen in die Projektdarstellung ein: nicht nur indem wir den Dialog mit den Projektverantwortlichen suchen, sondern auch, indem wir auf unseren Seiten Empfohlene Projekte gezielt Projekte versammeln, die wir potentiellen Unterstützern vorschlagen.

Welche Projekte empfehlen wir?
Im Projekteteam haben wir einen Kriterienkatalog aufgestellt, den ein Projekt (ganz oder zu großen Teilen) erfüllen muss, um von uns in die Liste der empfohlenen Projekte aufgenommen zu werden. Nach diesen Punkten sucht Reneé Fetcher, betterplace Volunteer der ersten Stunde und seit kurzem fest im Projekteteam, in Abstimmung mit dem Rest des Projekteteams jede Woche einen Mix aus Projekten aus.

Dabei achtet sie auf folgendes: Hat das Projekt

       Photos vom Projekt, Projektverantwortlichen und ggf. das Logo der Trägerorganisation

       Differenzierte, auch kleine Bedarfe

       Nachvollziehbares Projektziel

       Biographische Informationen zum Projektverantwortlichen

       Mindestens 2 Mitglieder im Web of Trust, die sich positiv zum Projekt äußern (je mehr, desto besser)

       Verständliche, vollständige Projektbeschreibungen

       Regelmäßige (monatliche) Blogposts

Fazit: je mehr Leben auf der Projektseite, desto attraktiver das Projekt

Dazu achten wir auf folgenden Mix:

       Mix aus Projekten mit deutscher Gemeinnützigkeit und ohne

       Projekte zu aktuellen Themen

       Vielfalt bei Themen und Regionen

Da Projektqualität im Zentrum der Arbeit steht und wir Spendern eine möglichst punktgenaue und informierte Auswahl ermöglichen wollen, werden diese Kriterien ständig überprüft und erweitert. Wir freuen uns daher sehr über weitere Anregungen zum Thema von Seiten unserer Nutzer/Leser!

Skeptische Spender fordern zunehmend Transparenz

Deutsche spenden mehr – im ersten Halbjahr 2008 waren es 60 Millionen Euro mehr als im gleichen Zeitraum 2007 – aber viele Spender stehen den Hilfsorganisationen zunehmend skeptisch gegenüber. Das ist das Fazit einer neuen Studie – Bilanz des Helfens – des Deutschen Spendenrats und der Gesellschaft für Konsumforschung. Der Anstieg ist vor allem auf die jüngsten Naturkatastrophen in Asien, insbesondere in Birma zurückzuführen.

Ihre Skepsis bezieht sich auf Skandale in der jüngeren Vergangenheit. Nach dem Unicef im Februar das Spendensiegel entzogen worden war, wurde im Juni die Deutsche Kinderhilfe wegen Intransparenz vom Spendenrat ausgeschlossen.

Drei von vier Deutschen bemängelt, dass zu viel Geld in die Verwaltung der Organisationen fließt und weit weniger als möglich bei den Bedürftigen ankomme. 

Transparenz ist das Wichtigste
Entscheidend für die Spendenbereitschaft sei Transparenz, sagt Daniela Felser vom Deutschen Spendenrat (eine Interessenvertretung von 24 spendensammelnden, gemeinnützigen Organisationen). Und so verlagern immer mehr Menschen ihre Zuwendungen an Bedürftige in ihrem persönlichen Umfeld.

Die Befragten erwähnten, dass sie Kindern in der Nachbarschaft oder Obdachlosen Geld gegeben hätten. Sie spenden bei Sammlungen in der Firma, beispielsweise für die Hinterbliebenen eines verstorbenen Kollegen. Da wissen die Spender, das dass Geld dort landet, wo es gebraucht wird.

Um skeptische Spender zurück zu gewinnen könnten, so Felser, Organisationen zum Beispiel dazu übergehen, den Bau eines Projekts öfter im Internet mit Bildern zu dokumentieren.

Hey, da kenne ich eine Website, die genau dies ermöglicht! Auf der jeder Einzelne, genau die Initiative finden kann, die ihm sinnvoll erscheint. Wo er punktgenau spenden kann und Feedback über die Realisierung des Projekts erhält. Wir müssen die Welt nicht neu erfinden – die geforderte Transparenz gibt es schon und wir freuen uns über jede große und kleine Organisation, die sich auf betterplace transparent darstellt, ihre Stakeholder ins Web of Trust einlädt und Spendern direktes und informiertes Handeln ermöglicht.

betterplace beim Wettbewerb „Mission Sustainability“


Der Rat für NACHHALTIGE Entwicklung lobt zum zweiten Mal den Wettbewerb „Mission Sustainability“ aus. Auf der Ideen-Plattform www.mission-sustainability.de können engagierte Menschen, Initiativen, Vereine und Organisationen aus aller Welt ihre Projekte und Projektideen für eine nachhaltige Entwicklung präsentieren. Mission Sustainability will Menschen auf der ganzen Welt, die sich mit kreativen Ideen und spannenden Aktionen für eine nachhaltige Zukunft einsetzen, einen Raum bieten.

Der Rat für NACHHALTIGE Entwicklung schreibt: „Für eine Politik und Lebensweise im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gibt es keine allgemeingültigen Rezepte. Die kreativen Ideen vieler Menschen sind gefragt.“

betterplace stellt sich der Herausforderung
Unsere Bewerbung enthält neben einer Kurzbeschreibung auch ein Radiointerview mit Till Behnke von Radiomulitkulti und einen Fernsehbeitrag über betterplace von 3sat. Wir wollen mit betterplace.org unseren Beitrag für eine lebenswertere Zukunft leisten und viele andere Menschen dafür begeistern. Wir hoffen von der Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Rates für NACHHALTIGE Entwicklung, ausgewählt zu werden, um auf der Jahreskonferenz des Rates am 17. November 2008 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. 

In einem ist sich betterplace und der Rat für NACHHALTIGE Entwicklung jetzt schon einig: „Schon durch kleine Veränderungen können wir gemeinsam Großes bewirken.“

Mara Ascher

Accra: Hilfe effizienter gestalten

Gerade ist in Accra, Ghana, eine von OSCD, Weltbank und Afrikanischer Entwicklungsbank organisierte Konferenz zu Ende gegangen, die die Effizienz internationaler Entwicklungshilfe zum Thema hatte. Minister von über 100 Nationen, Geschäftsführer der staatlichen und nicht-staatlichen Hilfsorganisationen kamen zusammen, um darüber zu diskutieren, wie die Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd effizienter gestaltet werden kann.

Es geht darum eine Zwischenbilanz der 2005 in Paris verabschiedeten Grundsätze in der EZ zu ziehen. Damas vereinbarten die reichen und armen Staaten mehr Transparenz über Ausgaben und Projekte, mehr Mitbestimmungsrechte für die Empfängerländer und eine bessere Koordination der Geberländer. Die Zielen sollten bis 2010 erreicht werden und wesentlich dazu beitragen, dass die UN Milleniumsziele 2015 erreicht werden können. 

Symptomatisch für Hilfe: hohe Kosten, wenig Resultate:

Bis zuletzt sah in Accra alles wenig ermutigend aus. Derbetter aid blog berechnete die Kosten des Treffens mit 10 Millionen US$: 

1,500 people, many in US$300 hotels (not mine of course), many people with over 100 dollar per diems, flights averaging 1,500 dollars, conference venue etc etc) and you can see how quickly it all adds up. 

Doch alles was die Bloggerin dabei herauskommen sieht sind „beruhigende Worte und keine Aktionen die Entwicklungshilfe zu reformieren“.

Auch in der SZ heißt es, die Verhandlungen würden wenig dazu beitragen, Entwicklungshilfe effizienter zu gestalten. Die USA und Japan sind die besonders schwierigen Gesprächspartner. Jedenfalls wollen sich die Geberländer nicht auf messbare Effiziensziele einlassen.

Dies sei aber dringend notwendig, sagt Stefano Manservisi, Generaldirektor für Entwicklungs-Zusammenarbeit bei der EU Kommission. Sonst fließe zu viel Geld, das für konkrete Hilfe gedacht sei, in überflüssige bürokratische Tätigkeiten. Diese überforderten die schwach ausgestatteten Ministerien in den Entwicklungsländern. „Vietnam mußte im vergangenen Jahr mehr als 750 Delegationen von Geldgebern empfangen. Das sind drei pro Arbeitstag“, kritisierte Manservisi. Dadurch seien die Vietnamesen nur noch dabei, Empfänge zu organisieren und Berichte zu schreiben.

Zugleich bemängelt der Diplomat, dass zu wenige Geldgeber die Interessen des Empfängerlandes mit einbeziehen, sondern selbst am besten zu wissen, wo Hilfe hin fließen soll.

Zivilgesellschaftliche Gruppen als Hoffnungsträger

Im better aid blog schneiden die teilnehmenden zivilgesellschaftlichen Gruppen gut ab:

Extremely active and vocal at yesterday’s roundtables, civil society present in Accra are performing at their best. They are insistently trying to get their voices heard – even if they are not always carefully listened to. Civil society’s active participation in Accra is a great of example of how citizens, social movements and NGOs are a great piece in the democratic puzzle.

They are crucial to make aid work for poverty reduction – to make aid accountable, transparent and to strengthen the channels of downwards accountability and democratic ownership. 

Und auch die EU gibt sich bemüht, die Interessen der Entwicklungsländer teilweise zu vertreten und ein separates Statement abzugeben welches über die Absichtserklärungen der Accra Agenda for Action hinausgeht.

Resultate in letzter Minute

Als am letzten Tag die Minister kamen um die kargen Ergebnisse zu unterschreiben, tat sich dann allerdings doch noch was: Besonders einige europäische Politiker bemühten sich den Prozess vorm völligen Scheitern zu retten und öffneten die eigentlich bereits abgeschlossenen Verhandlungen noch einmal. 

 

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