Accra: Hilfe effizienter gestalten

Gerade ist in Accra, Ghana, eine von OSCD, Weltbank und Afrikanischer Entwicklungsbank organisierte Konferenz zu Ende gegangen, die die Effizienz internationaler Entwicklungshilfe zum Thema hatte. Minister von über 100 Nationen, Geschäftsführer der staatlichen und nicht-staatlichen Hilfsorganisationen kamen zusammen, um darüber zu diskutieren, wie die Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd effizienter gestaltet werden kann.

Es geht darum eine Zwischenbilanz der 2005 in Paris verabschiedeten Grundsätze in der EZ zu ziehen. Damas vereinbarten die reichen und armen Staaten mehr Transparenz über Ausgaben und Projekte, mehr Mitbestimmungsrechte für die Empfängerländer und eine bessere Koordination der Geberländer. Die Zielen sollten bis 2010 erreicht werden und wesentlich dazu beitragen, dass die UN Milleniumsziele 2015 erreicht werden können. 

Symptomatisch für Hilfe: hohe Kosten, wenig Resultate:

Bis zuletzt sah in Accra alles wenig ermutigend aus. Derbetter aid blog berechnete die Kosten des Treffens mit 10 Millionen US$: 

1,500 people, many in US$300 hotels (not mine of course), many people with over 100 dollar per diems, flights averaging 1,500 dollars, conference venue etc etc) and you can see how quickly it all adds up. 

Doch alles was die Bloggerin dabei herauskommen sieht sind „beruhigende Worte und keine Aktionen die Entwicklungshilfe zu reformieren“.

Auch in der SZ heißt es, die Verhandlungen würden wenig dazu beitragen, Entwicklungshilfe effizienter zu gestalten. Die USA und Japan sind die besonders schwierigen Gesprächspartner. Jedenfalls wollen sich die Geberländer nicht auf messbare Effiziensziele einlassen.

Dies sei aber dringend notwendig, sagt Stefano Manservisi, Generaldirektor für Entwicklungs-Zusammenarbeit bei der EU Kommission. Sonst fließe zu viel Geld, das für konkrete Hilfe gedacht sei, in überflüssige bürokratische Tätigkeiten. Diese überforderten die schwach ausgestatteten Ministerien in den Entwicklungsländern. „Vietnam mußte im vergangenen Jahr mehr als 750 Delegationen von Geldgebern empfangen. Das sind drei pro Arbeitstag“, kritisierte Manservisi. Dadurch seien die Vietnamesen nur noch dabei, Empfänge zu organisieren und Berichte zu schreiben.

Zugleich bemängelt der Diplomat, dass zu wenige Geldgeber die Interessen des Empfängerlandes mit einbeziehen, sondern selbst am besten zu wissen, wo Hilfe hin fließen soll.

Zivilgesellschaftliche Gruppen als Hoffnungsträger

Im better aid blog schneiden die teilnehmenden zivilgesellschaftlichen Gruppen gut ab:

Extremely active and vocal at yesterday’s roundtables, civil society present in Accra are performing at their best. They are insistently trying to get their voices heard – even if they are not always carefully listened to. Civil society’s active participation in Accra is a great of example of how citizens, social movements and NGOs are a great piece in the democratic puzzle.

They are crucial to make aid work for poverty reduction – to make aid accountable, transparent and to strengthen the channels of downwards accountability and democratic ownership. 

Und auch die EU gibt sich bemüht, die Interessen der Entwicklungsländer teilweise zu vertreten und ein separates Statement abzugeben welches über die Absichtserklärungen der Accra Agenda for Action hinausgeht.

Resultate in letzter Minute

Als am letzten Tag die Minister kamen um die kargen Ergebnisse zu unterschreiben, tat sich dann allerdings doch noch was: Besonders einige europäische Politiker bemühten sich den Prozess vorm völligen Scheitern zu retten und öffneten die eigentlich bereits abgeschlossenen Verhandlungen noch einmal. 

 

Sie verbrachten einen ganzen Tag

locked in negotiating rooms to try to improve some of the agreements. It was not an easy job, as the compromised version of the AAA had already been substantially watered down. The final version has not radically changed either. However, to the credit of a number of stubborn European Ministers decided to make things better – and at the same time gain some political credit and visibility – the final AAA is better than it could have been.

Changes are not revolutionary. But they include some improvements on transparency and accountability and some more concrete actions and timelines. The latter is a great political compromise that Europeans managed to get from the US and Japan, which had been blocking the inclusion of any concrete dates in the final agreement until the very last moment.

So, all in all, not as good as it should have been, but not as bad as it could have been. Lots of issues remain to be fought to improve the effectiveness of aid that NGOs will have to keep on battling in the upcoming months. And some concrete agreements that are already a step forwards, and that we all need to ensure that signatory governments will translate into reality.

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