Till – Ashoka Fellow 2008

Dass Till toll ist, wissen wir bei betterplace seit langem. Aber jetzt ist es auch noch offiziell! Denn Till hat sich in einem fast einjährigen, mehrstufigen, nationalen und internationalen Auswahlprozess unter rund deutschen 300 Mitbewerbern als Ashoka Fellow qualifiziert. Till, wir gratulieren Dir!

Die neuen Fellows erhalten von Ashoka je nach Bedarf finanzielle Unterstützung, Beratung und Verbindungen zu Wirtschaft und Wissenschaft, damit sie ihre Ideen deutschlandweit und international verbreiten können.

Hier steht, was Ashoka an Till und betterplace gefallen hat:

Social Entrepreneur Till Behnke

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Till Behnke baut einen neuartigen online-Philanthropie-Marktplatz auf, der die Beziehung zwischen Geber und Nehmer revolutioniert: Seine Internetplattform betterplace.org ermöglicht es kleinen sozialen Organisationen, ihre Projekte bekannt zu machen, indem sie unabhängig von ihrer Größe durch Qualität überzeugen können. Auf der anderen Seite hilft es Kleinspendern, ihr Geld strategisch zu vergeben. Was daran neu ist? Die Webseite kombiniert Rating-Systeme mit sozialen Netzwerken und sorgt so für radikale Transparenz. Soziale Organisationen können ihr Profil einstellen, werden aber von Usern bewertet. Der Clou dabei: Jeder Nutzer kann sehen, in welchem Verhältnis ein Bewerter zur Organisation steht, ob es sich beispielsweise um wissenschaftliche Experten, Empfänger oder Geldgeber handelt. Er kann auch sehen, ob der Bewerter Kontakt zum eigenen Netzwerk hat. Auf Basis dieser Information kann er entscheiden, ob er dem Urteil des Bewerters traut und die Organisation per Spende unterstützt oder nicht. So macht betterplace kundiges, transparentes Spenden auch im kleinen Rahmen möglich. Gleichzeitig erhalten Organisationen die Chance und die Verantwortung, aktiv um Unterstützung zu werben. Ende 2007 gegründet, baut Till Behnke betterplace Schritt für Schritt aus, gewinnt internationale Bekanntheit und bietet inzwischen auch Unternehmen professionelle Mitarbeiterbeteiligungsmöglichkeiten an.

Netzwerk und Hierarchie
Über eines freue ich mich besonders: Dass die Juroren nämlich den Kick erkannt haben, der in unserer Netzwerkstruktur und dem Web of Trust liegt. Wir sind eine offene Plattform – und können als solche nicht nur den großen Hilfsorganisationen eine Plattform bieten, sondern auch dem großen „long tail of charity“. Zugleich erweitert das Web of Trust bislang dominante hierarchische Vertrauens- und Kontrollmechanismen um Netzwerkmechanismen.

Was meine ich damit?

Nun, manche Menschen vertrauen Projekten, die von großen, bekannten Institutionen geführt werden, sei es nun Unicef oder Greenpeace. Sie vertrauen darauf, dass diese Institutionen die z.B. dem deutschen Finanzamt Rechenschaft über ihre Bilanzen leisten müssen, die Gelder sinnvoll verwenden. Andere haben das Vertrauen in diese hierarchischen Akteure verloren und unterstützen lieber solche Organisationen oder Einzelpersonen, die mit ihren Netzwerken um Unterstützung werben.

Beispielsweise spende ich gerne auf Projekte, die von jemandem unterstützt werden, der das Projekt selbst kennt und sich dort engagiert. Ich war in Bhutan und habe mehrere Tage in der Choki Traditional Arts School verbracht. Seit drei Jahren beobachte ich aus der Ferne die Arbeit der Projektverantwortlichen Sonam Choki. Sie berichtet mir von ihrer Arbeit. Ich lerne andere Menschen kennen, die das Projekt seit langem unterstützen, es vor Ort besuchen und auf betterplace erzählen, welche Fortschritte es macht. Dann erzähle ich meinen Freundinnen von diesem Projekt und wenn meine Freudinnen mir vertrauen, werden sie im Zweifel auch Sonam Choki vertrauen und auf ihr Projekt spenden. Im Idealfall pflanzt sich dieses Vertrauen schneeballartig fort.

Beide Vertrauensformen schließen sich natürlich nicht aus; Im Idealfall ergänzen sie sich sogar. Eine professionelle Organisation wie Weg der Mitte in Berlin wirbt mit seinem – in der Region – guten Namen und der Tatsache, dass sie ein vom deutschen Finanzamt anerkannter, gemeinnütziger Verein sind. Darüber hinaus aktiviert es seine bisherigen Unterstützer und Kenner auf betterplace, Zeugnis über seine Arbeit für die Unterstützung junger Mütter abzulegen. So kommen Vertrauensmechanismen aus der hierarchischen Welt und aus der Netzwerkwelt zusammen.

Was, ihr kontrolliert die Projekte nicht!?
In den letzten Monaten sind wir immer wieder genau an diesem Punkt angegriffen worden: „Was, ihr kontrolliert die Projekte, die sich auf betterplace einstellen, nicht? Aber das öffnet doch Lug und Trug jede Tür!“ Dass auf sozialen Netzen und radikaler Transparenz basierende Mechanismen vielleicht den etablierten hierarchischen überlegen sind, bzw. sie auf jeden Fall sinnvoll ergänzen, hat uns Ashoka, DAS Netzwerk für soziale Innovation und Entrepreneurship, jetzt attestiert.

P.S. Und an dieser Stelle noch einen weiteren Glückwunsch an Michael Gleich, mit dem sich meine anthropologischen Wege in den letzten Jahren immer wieder gekreuzt haben, und der mit seine Initiativen peace counts und culture counts für einen konstruktiven Journalismus ebenfalls als Ashoka fellow ausgezeichnet wurde. Ich freue mich auf die Projekte deiner Friedensmacher auf betterplace, Michael!

1 Response to “Till – Ashoka Fellow 2008”


  1. 1 Frank Michalak 13. Januar 2010 um 15:41

    Glückwunsch an Michael Gleich


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