Weinstock statt Rosen

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Zugegeben ich war noch nie ein großer Fan des Valentinstags. Das ganze erschien mir immer zu sehr eine Marketingsmaßnahme der Floristenvereinigung. Mittlerweile wird er in vielen Ländern der Welt gefeiert. Und wie bei Kulturimporten so üblich, erfährt er oft überraschende Uminterpretationen. Vor einigen Jahren habe ich mich mal mit japanischer Bürokultur beschäftigt, insbesondere den gut ausgebildeten, aber schlecht bezahlten und behandelten „office ladies“. Für diese ist Valentinstag DER Tag der Revanche:

am Valentinstag, lassen Office Ladies ihre Vorgesetzten wissen, was sie von ihnen halten. In Japan geben am Valentinstag nur die Frauen den Männern Geschenke. Letztere dürfen sich einen Monat später, am Weißen Tag, revanchieren. Manch gestandener Manager würde an diesem Tag lieber zu Hause bleiben. Denn wer weiß schon, ob der eigene Schreibtisch unter herzenverzierten Schokoladenpäckchen mit rosaroten Schleifen und Karten versinkt oder ob man nur das eine obligatorische Päckchen erhält? Bei einem verhassten Vizepräsidenten gingen die Ladies sogar so weit, die Valentinsschokolade fein säuberlich zu zerbröckeln!

Diesen Valentinstag werde ich ausnahmsweise auch mal was verschenken: nämlich einen Weinstock in Bethlehem. Mit 29,48 Euro kann man die Patenschaft für einen Weinstock übernehmen:

Mit dem Weinverkauf finanziert eine kleine Gruppe Salesianer Brüder des 1885 gegründeten CREMISAN Klosters eine Berufsschule für junge Palästinenser und Brot für die ärmsten Familien von Bethlehem. Die Liegenschaften des Weinguts befinden sich im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet und durch die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen nach der zweiten Intifada ist die Bewirtschaftung des Weinguts und des Klosters deutlich schwieriger geworden. 

Der Absatz brach zusammen, der Zustand der Weinberge verschlechterte sich. Zudem fehlt es an Nachwuchs. Die Klostergemeinschaft von ehemals 64 auf acht Brüder zwischen 59 und 86 Jahren geschrumpft. Wir wollen den Brüdern helfen, dass CREMISAN als Weingut, als Träger karitativer Einrichtungen in Bethlehem und als Begegnungsstätte für Menschen aus aller Welt erhalten bleibt.

Bei diesem Valentinsgeschenk stimmt die Öko-Balance: weder müssen kenianische Blumenpflückerinnen Unkrautvernichtungsmittel einatmen, noch die Rosen per Flugzeug nach Deutschland geflogen werden. (O.k. ich weiß, zugleich vernichte ich auch in Blumenexportierenden Ländern Arbeitsplätze).

Etwas seltsamerweise sind die Namen der Weinreihen: Hessen, Bayern oder Berlin. Leider ist Berlin noch nicht aktiviert, so mußte ich auf Hessen spenden. Aber sobald „Hessen“ vollständig bespendet ist, rücken die anderen Reihen automatisch nach. Also: let’s show our love with grapes!

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