Skateistan: Stereotype aufbrechen

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Gestern abend trafen Yvonne (von unserem Projekteteam, rechts im Bild) und ich den Gründer von Skateistan Oliver Percovich (links) und seinen Mitbewohner in Kabul und Projekt Kommunikationschef  Max Henninger  (mit Cap) in einer Kneipe am Hackeschen Markt um Skateistans Präsenz auf betterplace.org zu besprechen. Skateistan ist in den letzten Monaten groß durch die Medien gegangen, u.a. auch auf der Titelseite der Sportsektion der  New York Times. Für alle, an denen das Projekt bisher vorbeigegangen ist, hier eine kurze Zusammenfassung in den Worten der Macher selbst:

Skateistan is Afghanistan’s first dedicated co-educational skateboarding school. The school will engage with the growing numbers of urbanised youth in Afghanistan through skateboarding and provide new opportunities in cross-cultural interaction and education. Students will be selected from a range of different cultural and socio-economic backgrounds. Student capacity will be developed in skateboarding, skateboarding instruction, project management, life skills and English. Our aim is to develop a program that empowers youth to take leadership on issues important to them and build networks that will counter current ethnic barriers. 

Skateboarding in Afghanistan? As soon as Australian skateboarders Oliver Percovich, Sharna Nolan and Travis Beard lay down their boards in Kabul, they were surrounded by the eager faces of children of all ages, begging them to teach them how to skate. Stretching the three boards they had, they developed an infant skate school.

Six young Afghan males who were naturals at skateboarding (aged 18-22) shared the three boards and quickly progressed in their newfound sport. Skateboarding was born in Afghanistan. The success with their first students prompted them to think bigger. By bringing more boards back to Kabul and establishing an indoor skateboarding venue they would be able to teach many more youth as well as run separate classes for females. Skateistan is Afghanistan’s first skateboarding school dedicated to teaching both male and female students. We aim to build indoor skateboarding facilities thoughout Afghanistan. We will start in Kabul with a indoor skatepark with indoor and outdoor sections.

Im Gespräch mit Max und Ollie entdeckten wir gleich eine Reihe von Gemeinsamkeiten, sowohl was die Motivation betreffend, Skateistan und betterplace.org zu machen, als auch in der Art von Weltverbesserung, für die unsere Herzen schlagen. Als Ethnologin wiederum begeisterte mich ihr Bedürfniss mit ihrer Arbeit existierende Klischees – in diesem Fall das Leben in Kabul betreffend – herauszufordern.

Leben jenseits der Klischees

Das wiederum hat Skateistan mit Cinema Jenin gemein: Auch Marcus Vetter begann mit der Restaurierung des stillgelegten Kinos von Jenin nachdem er immer wieder – nicht nur von Israelis – gewarnt worden war, nach Jenin in der palästinensischen Westbank einzureisen. Jenin sei ein Hotspot für Selbstmordattentäter und Fundamentalisten. Nachdem er dann dort viele Wochen The Heart of Jenin gedreht hatte und wundervolle, reflektierte Menschen kennengelernt hatte, die sich nichts sehnlicher wünschen als friedlich und selbstbestimmt zu leben, entschied er sich mit dem Projekt gegen eben diese Stereotype anzugehen. Zu zeigen, dass man gemeinsam mit den Menschen vor Ort ein anspruchsvolles Kulturprojekt auf die Beine stellen kann.

Und genauso geht es Oliver und Max auch darum über Skateistan alternative Bilder von der afghanischen Hauptstadt zu zeigen, Bilder, die sich von denen unterscheiden, die wir westlichen Zeitungsleser im Kopf haben und die den Teil der afghanischen Realität reflektiert, den die beiden in ihren Jahren in Kabul erlebt haben.

Und es gibt noch eine weitere Parallele zwischen den Projekten: so wie Marcus einen Film über Cinema Jenin dreht, so wird auch Skateistan von Filmemacher Rene Kock (ebenfalls oben in die Kamera schauend) begleitet. und auch hier sollen die Erlöse des Films dem Projekt zugute kommen. 

Wir freuen uns sehr, Skateistan dabei eine gute Plattform zu bieten.

Und ja, für alle die mich etwas besser kennen, ich überlege schon, wann ich mal nach Kabul fahren kann…

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