Archive for the 'CSR' Category

Server down? Engagement hoch!

Wir möchten Webseitenbetreiber nicht auffordern, ihre Server öfters mal stehen zu lassen. Aber falls eine Online-Plattform wegen Wartungsarbeiten vorrübergehend vom Netz genommen wird, kann der Administrator zukünftig seinen Besuchern die Möglichkeit geben, in der Zwischenzeit bei betterplace.org etwas Gutes zu tun. Einfach den folgenden Banner schalten:

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Und natürlich kann man den Banner auch direkt auf das jeweilige Unternehmensprofil bei betterplace.org verlinken. Die Grafik kann man hier herunterladen.

Nachtrag: Danke an dieser Stelle auch nochmal an imageloop, die bei Downtimes ihre Slideshow mit betterplace-Projektbildern geschaltet haben. So sind wir auf die Idee gekommen hieraus ein aktives Konzept zu machen 🙂

Generation Großzügigkeit

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Die neueste Studie der Amsterdamer Trendscouts trendwatching.com macht den richtigen Aufschlag fürs Jahr 2009: 

Generation Generosity proklamiert Großzügigkeit zum wichtigen gesellschaftlichen und unternehmerischen Attribut.

Giving is the new taking, and sharing is the new giving 

Im Zuge der immer  stärker einbrechenden Weltwirtschaft hat sich das Misstrauen von Konsumenten gegenüber Unternehmen nochmals verstärkt: Gerade mal 13% aller Amerikaner trauen großen Unternehmen, dreiviertel aller Konsumenten gehen davon aus, dass Werbung lügt. 

Zugleich erleben wir, dass ein anderer Umgang mit Besitz und Wissen möglich ist: in der Online-Kultur sind Millionen von Menschen damit beschäftigt zu teilen, zu geben, gemeinsam zu entwickeln – und zwar überwiegend kostenlos. In dieser Online-Kultur finden sich Menschen bestätigt und gewertschätzt, sie sind Teil eines größeren Ganzen und können mit kleinen Mitteln Wandel erreichen (s. Obama-Effekt).

Und diese Kultur ist keine Eintagsfliege und keine Modeerscheinung. Wie Online Guru Kevin Kelly schon vor einigen Jahren sagte: „online culture is the culture“.

Für die, die dabei skeptisch dreinschauen:

  • Auf Flickr  – mit 33 Millionen Nutzer und mehr als 3 Milliarden Fotos  – werden minütlich 3.087 Fotos hochgeladen.
  • Wikipedia hat 8,687,877 angemeldete Nutzer, von denen 144.788 auf den 15.741.616 Seiten aktiv waren.
  • Jeden Tag werden 1 Milliarde Videos auf youtube angesehen – und das war letztes Jahr! (Allein meine Kinder schauen bestimmt 20 – 30 pro Tag)
  • Auf Trivadvisor finden sich 20 Millionen Hotelrezensionen.
  • Allein auf WordPress bloggen, während ich dies schreibe, 197,066 Menschen.

Von Online Lernen

Das Geheimnis für Unternehmen besteht nun darin, dass sie sich dieser Kultur der Großzügigkeit zu eigen machen. Wie das aussehen kann, dazu bietet der – natürlich kostenlose – Trendreport unzählige Beispiele:

Der für uns bei betterplace.org relevanteste:

Co-Donate

Viele Unternehmen wie Whole Foods (Für jeden Kunden, der seine eigene Einkaufstüte mitbringt, spendet das Unternehmen an lokale Sozialinitiativen) oder Pfandtastisch Helfen (von unseren Verbündeten bei den Sozialhelden) haben damit begonnen ihre Konsumenten einzuladen, mit ihnen gemeinsam zu spenden und Gutes zu tun.

Für Tripadvisers More than Footprints Aktion, stellte die Firma 1 Mio. US$ zur Verfügung und ließ Kunden zwischen 5 verschiedenen Hilfsorganisationen als Empfänger auswählen (Ärtze ohne Grenzen erhielt die meisten Stimmen und damit die meisten Dollar).  

Ein kalifornisches Bauunternehmen baut für jedes Haus, welches es in den USA verkauft, ein weiteres in Burkina Faso. TOMS Shoes verkaufen fair-getradete Hausschuhe und verschenken ebenfalls für jedes verkaufte Paar eines an bedürftige Kinder – beide Beispiele folgen dem berühmten Modell von One Laptop per Child.

Weitere Trends, die der Report als typisch für die Generation G beschäftigen sich mit ECO-GENEROSITY (Verantwortung für den ökologischen Fußabdruck der gekauften Waren), FREE LOVE (the art of giving away your stuff to consumers) oder Brand Butlers (Unternehmen nutzen ihre Marke um Konsumenten das Leben zu erleichtern, z.B. indem Ikea Dänemark Kunden große Lieferantenfahrräder im Ikea-Look zur Verfügung stellt, um ihre Einkäufe nach Hause zu fahren.)

Sich an Generation G anzudocken, so die Autoren, ist für Unternehmen nicht mehr einfach nur „nice to have“, sondern eine grundsätzliche Notwendigkeit:

if you want to stay relevant in societies that value generosity, sharing and collaboration. Joining obviously entails more than adding a social responsibility or sustainability department; it means adopting a generous mind- set that permeates every interaction with your community, with your employees, with your customers, with, wait for it, your ‘stakeholders’. Nothing more or less than a holistic approach to generosity and business.

 Just do it

Genau hier setzt auch betterplace.org an. Bei uns können Unternehmen ihre Mitarbeiter und Kunden zum gemeinsamen Spenden für einen guten Zweck auffordern: zum Beispiel mit Gehaltsabrundungen, dem so genannten Teaming

Mehr Infos dazu gibt es hier.

Ihr Laden und Sie für ein betterplace Projekt

Zudem knüpfen wir strategische Partnerschaften zwischen kleinere und größere Unternehmen mit ausgewählten sozialen Initiativen. So gehen 100% des Verkaufserlöses einer Schmucklinie der Hamburger Goldschmiedin Lena Schüler in diverse betterplace Projekte. Ebenso sind wir gerade dabei mit dem Berliner Kinderkaufhaus Emma&Co eine Projektepatenschaft in die Wege zu leiten.

info 

 Wir freuen uns über jeden der mitmacht – mit seinem Blumenladen, seiner Bäckerei oder seiner Anwaltskanzlei! Also, einfach über jb@betterplace.org in Kontakt treten und brainstormen.

Fröhlichere Weihnachten in der KiTa Abenteuerland in Berlin Marzahn

Die Mitarbeiter des Berliner Unternehmens GameDuell ließen es sich nicht nehmen, die gemeinsam erfüllten Weihnachtswünsche der 138 Kinder aus der KiTa Abenteuerland in Berlin Marzahn persönlich zu übergeben. Film ab.

Kinderwünsche am betterplace-Wunschbaum

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Weihnachtszeit ist Spendenzeit!… ja,ja, wir kennen den Spruch und keiner kann ihn mehr hören. Wir bei betterplace müssen jedoch zugeben, dass in diesen Wochen unsere Telefone tatsächlich nicht mehr still stehen. Ob Privatpersonen oder Unternehmen – an Weihnachten wird traditionell gespendet!

Eines der ersten Unternehmen, das mit diesem Gedanken im Hinterkopf auf uns aufmerksam wurde, war die Werbe- und Kreativagentur DDB. Gemeinsam mit dem Berliner DDB-Büro organisierten wir eine Wunschbaumaktion, bei der alle Mitarbeiter Weihnachttswünsche von benachteiligten Kindern aus Berlin erfüllen können.

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Andreas Poulionakis, GF Beratung, Stefan Schulte und Bert Peulecke, beide GF Kreation bei DDB

Nun steht der Weihnachtsbaum im DDB-Büro, schön geschmückt mit den bunt bemalten Wunschkarten der Kinder aus der Kita Silberstern. Jeder Mitarbeiter kann eine Karte abreißen und den Wunschbetrag auf der Profilseite von DDB online überweisen.

Am Montag gings los und schon jetzt ist die Hälfte der Wünsche erfüllt. Die Kita freut sich riesig und Ihre Leiterin schrieb sofort in Ihrem Projektblog:

Oh, nun geht es wohl los, die erste Wunschbaumkarte wurde eingelöst! und dankte für die tolle Aktion.

Auch die Firmen Immobilienscout24 und Capgemini erfüllen zur Zeit über betterplace Kinderwünsche. Und auch hier sind schon fast alle Wünsche erfüllt.

Wir freuen uns jetzt schon auf die Gesichter der Kinder, wenn sie die Geschenke auspacken dürfen. Auf den einzelnen Profilseiten könnt Ihr mitverfolgen, was die Kitas und Kinderheime berichten und die Fotos der Kinder mit den Geschenken ansehen – die Bilder erst nach Heilig Abend, versteht sich!

betterplace stärkt die Demokratie

In den letzten Wochen gab es auf next billion eine intensive Diskussion  über Michael Edwards Buch Just Another Emperor. Edwards, ein Direktor der Ford Foundation, hat die Nase voll von dem Hype um den Markt und setzt sich kritisch mit dem Trend auseinander, unternehmerische Fähigkeiten und Standards als neue Wunderwaffe im Kampf gegen die Armut anzusehen. Für ihn sind gute Regierungsführung und eine starke Zivilgesellschaft die zentralen Treiber eines progressiven, sozialen Wandels. 

Ohne weiter auf die Für und Wider – ist Philanthro-Kapitalismus effektiv oder eine Fata Morgana? – einzugehen, blieb ich an dem hängen, was Edwards als die drei demokratischen Grundprinzipien beschreibt (und welche er vom Philanthrokapitalismus vernachlässigt sieht): 1. Transparenz, 2. Partizipation und 3. Kollektives Handeln.

Bei betterplace sind wir mit der Schnittstelle zwischen Philanthropie und Wirtschaft vor allem dadurch verbunden, dass wir Firmen anbieten, ihr soziales Engagement auf eine neue, transparente Art und Weise darzustellen. Nun gibt es auch bei uns die Diskussion, inwieweit – und vor allem, mit welchen – Unternehmen wir zusammenarbeiten. Ich persönlich denke, das wir Unternehmen dazu verhelfen können in ihrem Geschäftsbereich CSR neue Transparenz und Effektivitätsstandards zu erzielen. Und das ist für mich eine progressive Leistung.

Die durch betterplace hergestellte Transparenz führt zu einem bewußteren Umgang mit dem Thema und wirkt der momentan vorherrschenden, willkürlichen und Qualitätsmaßstäbe ignorierenden Gießkannenpolitik entgegen; Projekte zu unterstützen, weil die Ehefrau des Vorstands Delpfinbabies so süß findet oder der Arbeitsdirektor bei einem Landgang der MS Europa ein Straßenkinderprojekt entdeckt hat. Nur eine Professionalisierung des sozialen Engagements führt zu effizienterem Handeln und damit größerem sozialem Impact. 

 

Über betterplace demokratische Grundprinzipien verwirklichen
Und hier setzt betterplace  ein und verhilft Unternehmen im Edward’schen Sinne demokratische Kernwerte zu erfüllen:

1. Transparenz
Auf betterplace werden soziale Initiativen und Projekte so transparent wie möglich dargestellt. Projektverantwortliche beschreiben genau und möglichst kleinteilig, welche Bedarfe sie haben. Zudem geben sie regelmäßig Feedback über ihre Arbeit und legen über die Verwendung der Gelder Rechenschaft ab.

2. Partizipation
Jeder – Mitarbeiter ebenso wie Kunde oder Teilnehmer der Zivilgesellschaft – kann sich an der Realisierung der Projekte beteiligen. Mit seiner Zeit, seinem Geld oder seiner Expertise.

3. Kollektives Handeln
Auf betterplace können sich Einzelpersonen zu Gruppen zusammenschließen und gemeinsam einen Unterschied bewirken. Sie können dabei erleben, wie selbst kleine Beiträge, z.B. eine monatliche Spende von einem oder zehn Euro, gebündelt mit anderen, einen großen Effekt erzielen kann.

Weit hergeholt oder plausibel?

Kapitalmärkte für Soziale Unternehmen

Auf Mutmacher fragt sich Susanna Krüger, wie Kapitalmärkte für Sozialunternehmer aussehen könnten:

Die Vizepräsidenting einer grossen amerikanischen Stiftung (Hewlett), die seit langem Studien über die mögliche Beschaffenheit solcher Märkte finanzieren, hat vor einiger Zeit Interessantes dazu geäußert. Sie glaubt, es braucht mehr Transparenz und einheitlichere Metriken, um als Stiftung besser entscheiden zu können, welche Organisationen man unterstützt. Mit solchen Marktplätzen hätten Social Entrepreneurs mit innovativen Ideen, die hohe soziale Wirkung versprechen, die Chance, bereits im Anfangsstadium ihrer Tätigkeit höhere Geldsummen einzusammeln und damit schneller zu wachsen.

Eine erste Plattform die versucht einen Marktplatz für die besten sozialen Organisationen und Initiativen zu etablieren, ist www.Socialmarkets.org:

US amerikanische Sozialunternehmen können sich anmelden, müssen ein klares Evaluationskonzepts für ihre erwarteten Ergebnisse voweisen und begeben sich damit auf die (online) Suche nach Geldgebern. Die Initiatoren träumen von einem “Stock Exchange” für Social Entrepreneurs.

Weitverbreitetes Misstrauen in den gemeinnützigen Sektor
Nun wollen Geldanleger genau wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Und so hat diese Entwicklung u.a. zur Folge, dass ein bislang oft vor sich hin wurschtelnder Sektor sich neuen Qualitätsstandards unterwerfen muss.

Laut social markets sind Spender so misstrauisch wie noch nie zuvor, dass gemeinnützige Organisationen ihr Geld auch wirklich klug verwenden. Mit dieser Einschätzung sind sie nicht allein. Kritiker der Entwicklungszusammenarbeit wie William Easterly konstatieren, dass die Bemühungen, die Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen, grandios gescheitert sind: so findet Easterly statistisch zwischen 1950 und 2001 KEINE Korrelation zwischen Entwicklungshilfe und wirtschaftlichem Wachstum. Im Gegenteil, die Länder, die es geschafft haben sich wirtschaftlich zu entwickeln, sind fast alles solche, die aus dem Westen nur vernachlässigenswerte Hilfszahlungen bekommen haben (Indien und China). 

Die Ursachen sind vielfältig, aber ein wesentlicher Grund ist der, dass staatliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, wie die Weltbank oder die GTZ nicht ihren eigentlichen Kunden (den Armen) Rechenschaft über die Verwendung von Geldern ablegen müssen, sondern ihren Geldgebern, den westlichen Regierungen und Wählern. Und die haben vom Thema zumeist wenig Ahnung und sind schon zufrieden, wenn sie öffentlich verkünden können, wieder mal Millionen für Afrika, HIV oder Klimaschutz zur Verfügung gestellt zu haben.

Wo sind die Resultate?
Mich macht es jedes Mal völlig wahnsinnig, wenn in den Nachrichten mal wieder nur davon die Rede ist, wie viel Geld zur Armutsreduzierung gesammelt oder von der G8 versprochen wurde. Wenn nur halb soviel Tinte darüber vergossen werden würde, was MIT DEM GELD GEMACHT WIRD und welche RESULTATE damit erzielt werden!

Dem gleichen Phänomen begegnet man übrigens in Unternehmen (dem Thema einer unserer letzten Diskussionen): soziales unternehmerisches Engagement und Sponsoring ist der Geschäftsbereich in deutschen Unternehmen, der wahrscheinlich am weitaus unprofessionellsten betrieben wird: Es werden Millionen ausgegeben, doch wofür und warum, weiß niemand so genau. Meist ist man zufrieden mit etablierten Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten: was die genau mit dem Geld machen, wie viel in den administrativen Overhead fließt und wie viel wirklich beim eigentlichen Empfänger (den Notleidenden) ankommt, erscheint sekundär. 

Feedbackschlaufen über das Web of Trust
Wir bei betterplace verfolgen mit Interesse die neuen Qualitätsstandards, die sich momentan im non-profit Sektor herausbilden. Unseren bislang wesentlichsten Beitrag zu dieser Debatte sehen wir in dem Web of Trust. Jeder, Kritiker ebenso wie Fan, Zaungast oder direkter Benefaktor einer sozialen Initiative, kann hier zu Wort kommen und beschreiben, welchen Unterschied die Arbeit einer Organisation oder eines anderen Menschen in der Praxis macht. Das Web of Trust ermöglicht enge Feedbackschlaufen zwischen Projektverantwortlichen, Benefaktoren und Unterstützern; Unterstützer haben eine solidere Basis auf Grund derer sie Gelder vergeben können. Benefaktoren haben eine Stimme um zu sagen, ob die Gelder bei ihnen angekommen sind und die Interventionen für sie sinnvoll waren. Projektverantwortliche können auf Grund dieser Informationen ihre Arbeit verbessern.

CSR bei betterplace – elektronischer Ablasshandel oder sinnvolle Stärkung sozialen Engagements?

Vor Kurzem erhielten wir bei betterplace eine Reihe empörter mails von einer Projektverantwortlichen, die ihr Projekt unbedingt sofort von der Plattform entfernen wollte, weil Care International gemeinsam mit dem Emergieversorger Vattenfall auf betterplace für die Opfer des Wirbelsturms in Burma Spenden sammelte. Mit dem Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerken wollte die Projektverantwortliche, die eine Solarenergie-Initiative in Kamerun unterstützte, keine Plattform teilen. Letzte Woche dann wies mich Aishah auf eine Reihe von blogposts auf Utopia hin, die Vattenfall, neben anderen prominenten Unternehmen, wie BP und BMW, ebenfalls des schamlosen greenwashings bezichteten. 

Die Diskussion, mit welchen Unternehmen betterplace.org als Kunden zusammenarbeiten sollte und mit welchen nicht, taucht so in regelmäßigen Abständen immer wieder in unserem Team auf.

Unser Geschäftsmodell basiert auf der Kooperation mit Unternehmen …

Unser Geschäftsmodell beruht darauf, dass wir – um unsere Plattform nachhaltig betreiben zu können und 100% der Spenden an soziale Initiativen weiterleiten können – Unternehmen als Kunden gewinnen, die auf betterplace.org ihr unternehmerisches, soziales Engagement transparent darstellen und andere Stakeholder, seien es ihre Mitarbeiter oder Kunden, zum Mitmachen auffordern können.

Immer mehr Firmen weltweit, auch in Deutschland, sehen soziales Engagement als Chance sich als „guter Bürger“ zu positionieren. Sei es, das sie, wie die Berliner Stadtreinigung sich für die Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund einsetzen oder das sie, wie Vattenfall im eingangs beschriebenen Fall,  Mitarbeiter aufrufen, sich in der Katastrophenhilfe zu engagieren.

… helfen wir ihnen beim greenwashing?

Wahrscheinlich hätte niemand im Team damit ein Problem, die CSR-(Corporate Social Responsibility) Projekte explizit nachhaltiger Unternehmen wie Hess natur oder Bio Basics zu präsentieren. Was aber ist mit Unternehmen aus der Automobilbranche, deren Lobbyarbeit die Höchstwerte für den CO2 Ausstoß von Neuwagen nach oben treiben? Energieversorgern, die Klimakiller betreiben oder Banken, die an „Schurkenstaaten“ Kredite vergeben? Wenn Wall Mart in China auf der einen Seite massiv gegen die Einführung von Gewerkschaften agiert, sich zugleich aber auf seiner chinesischen Website als „guter Bürger“ präsentiert, der chinesischen Babies Hasenschartenoperationen bezahlt und für zahnlose Omas Freizeitvergnügen veranstaltet, dann ist die Diskrepanz eklatant. 

Versuchen viele Konzerne nicht mit publikumswirksamen Aktionen in der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck zu erwecken, der von ihrem kritikanfälligen Kerngeschäft ablenkt? Und helfen wir diesen Firmen nicht beim greenwashing?

Mohammad Yunus spricht sich in seinem eindrucksvollen Buch Die Armut besiegen für eine strikte Trennung zwischen wirtschaftlicher Profitorientierung und sozialem Return aus. Seiner Meinung nach stehen beide Ziele fast unweigerlich in einem Spannungsverhältnis zueinander, infolge dessen der messbarere und anerkanntere wirtschaftliche Gewinn fast immer die Oberhand gewinnt. Wie es so treffend heißt: What gets measured, gets done.

Nun können wir davon ausgehen, dass sich nur wenige Unternehmen in nächster Zukunft dazu durchringen werden, reine Sozialunternehmen zu gründen (d.h. Unternehmen, die zwar ihre Kosten decken können, deren Ziel und einzige Meßlatte für Erfolg aber soziale Ziele sind).

Was ist dann mit dem Gros der Firmen, die sich sozial engagieren? Akzeptieren wir bei betterplace – um unsere Plattform nachhaltig zu finanzieren – jeden als Kunden? Oder gibt es bestimmte Branchen und Unternehmen (auch jenseits der offensichtlichen No-Nos wie Rüstung, Mädchen und Drogen), die wir von unserer Dienstleistung kategorisch ausschließen? Was ist mit Scientology-nahen Unternehmen? Oder solchen, die anderen fundamentalistischen Ideologien, seien sie nun christlich, muslimisch oder hinduistisch, Geld in die Kasse schleudern? Und auf der Basis welcher Informationen über ein Unternehmen, können wir solche Unterscheidungen treffen?