Posts Tagged 'CSR'

Server down? Engagement hoch!

Wir möchten Webseitenbetreiber nicht auffordern, ihre Server öfters mal stehen zu lassen. Aber falls eine Online-Plattform wegen Wartungsarbeiten vorrübergehend vom Netz genommen wird, kann der Administrator zukünftig seinen Besuchern die Möglichkeit geben, in der Zwischenzeit bei betterplace.org etwas Gutes zu tun. Einfach den folgenden Banner schalten:

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Und natürlich kann man den Banner auch direkt auf das jeweilige Unternehmensprofil bei betterplace.org verlinken. Die Grafik kann man hier herunterladen.

Nachtrag: Danke an dieser Stelle auch nochmal an imageloop, die bei Downtimes ihre Slideshow mit betterplace-Projektbildern geschaltet haben. So sind wir auf die Idee gekommen hieraus ein aktives Konzept zu machen 🙂

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CSR bei betterplace – elektronischer Ablasshandel oder sinnvolle Stärkung sozialen Engagements?

Vor Kurzem erhielten wir bei betterplace eine Reihe empörter mails von einer Projektverantwortlichen, die ihr Projekt unbedingt sofort von der Plattform entfernen wollte, weil Care International gemeinsam mit dem Emergieversorger Vattenfall auf betterplace für die Opfer des Wirbelsturms in Burma Spenden sammelte. Mit dem Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerken wollte die Projektverantwortliche, die eine Solarenergie-Initiative in Kamerun unterstützte, keine Plattform teilen. Letzte Woche dann wies mich Aishah auf eine Reihe von blogposts auf Utopia hin, die Vattenfall, neben anderen prominenten Unternehmen, wie BP und BMW, ebenfalls des schamlosen greenwashings bezichteten. 

Die Diskussion, mit welchen Unternehmen betterplace.org als Kunden zusammenarbeiten sollte und mit welchen nicht, taucht so in regelmäßigen Abständen immer wieder in unserem Team auf.

Unser Geschäftsmodell basiert auf der Kooperation mit Unternehmen …

Unser Geschäftsmodell beruht darauf, dass wir – um unsere Plattform nachhaltig betreiben zu können und 100% der Spenden an soziale Initiativen weiterleiten können – Unternehmen als Kunden gewinnen, die auf betterplace.org ihr unternehmerisches, soziales Engagement transparent darstellen und andere Stakeholder, seien es ihre Mitarbeiter oder Kunden, zum Mitmachen auffordern können.

Immer mehr Firmen weltweit, auch in Deutschland, sehen soziales Engagement als Chance sich als „guter Bürger“ zu positionieren. Sei es, das sie, wie die Berliner Stadtreinigung sich für die Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund einsetzen oder das sie, wie Vattenfall im eingangs beschriebenen Fall,  Mitarbeiter aufrufen, sich in der Katastrophenhilfe zu engagieren.

… helfen wir ihnen beim greenwashing?

Wahrscheinlich hätte niemand im Team damit ein Problem, die CSR-(Corporate Social Responsibility) Projekte explizit nachhaltiger Unternehmen wie Hess natur oder Bio Basics zu präsentieren. Was aber ist mit Unternehmen aus der Automobilbranche, deren Lobbyarbeit die Höchstwerte für den CO2 Ausstoß von Neuwagen nach oben treiben? Energieversorgern, die Klimakiller betreiben oder Banken, die an „Schurkenstaaten“ Kredite vergeben? Wenn Wall Mart in China auf der einen Seite massiv gegen die Einführung von Gewerkschaften agiert, sich zugleich aber auf seiner chinesischen Website als „guter Bürger“ präsentiert, der chinesischen Babies Hasenschartenoperationen bezahlt und für zahnlose Omas Freizeitvergnügen veranstaltet, dann ist die Diskrepanz eklatant. 

Versuchen viele Konzerne nicht mit publikumswirksamen Aktionen in der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck zu erwecken, der von ihrem kritikanfälligen Kerngeschäft ablenkt? Und helfen wir diesen Firmen nicht beim greenwashing?

Mohammad Yunus spricht sich in seinem eindrucksvollen Buch Die Armut besiegen für eine strikte Trennung zwischen wirtschaftlicher Profitorientierung und sozialem Return aus. Seiner Meinung nach stehen beide Ziele fast unweigerlich in einem Spannungsverhältnis zueinander, infolge dessen der messbarere und anerkanntere wirtschaftliche Gewinn fast immer die Oberhand gewinnt. Wie es so treffend heißt: What gets measured, gets done.

Nun können wir davon ausgehen, dass sich nur wenige Unternehmen in nächster Zukunft dazu durchringen werden, reine Sozialunternehmen zu gründen (d.h. Unternehmen, die zwar ihre Kosten decken können, deren Ziel und einzige Meßlatte für Erfolg aber soziale Ziele sind).

Was ist dann mit dem Gros der Firmen, die sich sozial engagieren? Akzeptieren wir bei betterplace – um unsere Plattform nachhaltig zu finanzieren – jeden als Kunden? Oder gibt es bestimmte Branchen und Unternehmen (auch jenseits der offensichtlichen No-Nos wie Rüstung, Mädchen und Drogen), die wir von unserer Dienstleistung kategorisch ausschließen? Was ist mit Scientology-nahen Unternehmen? Oder solchen, die anderen fundamentalistischen Ideologien, seien sie nun christlich, muslimisch oder hinduistisch, Geld in die Kasse schleudern? Und auf der Basis welcher Informationen über ein Unternehmen, können wir solche Unterscheidungen treffen?

CSR in Deutschland – Mode oder Notwendigkeit?

Seit einigen Tagen liegt eine FAZ-Beilage bei mir auf dem Schreibtisch: CSR-Unternehmen, Gesellschaft, Verantwortung. Das Thema interessiert uns bei betterplace natürlich brennend, bieten wir doch eine völlig neuartige, transparente, Mitarbeiter und Kunden aktivierende Präsentation des sozialen Engagements von Unternehmen auf unserer Plattform an. 

Nun ist Deutschland, so machen gleich eine Reihe von Artikeln deutlich, nicht gerade Vorreiter auf dem Gebiet der Corporate Social Responsibility (dem gesellschaftlich verantwortlichen unternehmerischen Handeln). Viele Unternehmen, so Prof. Dr. Henry Schäfer von der Uni Stuttgart, berufen sich auf die hohen gesetzlichen Standards in Deutschland. Nach dem Motto. „Sollen ausländische Unternehmen doch erst mal auf unser Niveau kommen“, wehren sie CSR als kurzlebige, angelsächsische Managementmode ab.  

Steigerung des Unternehmenswerts

Dabei übersehen diese Unternehmen, dass ein gutes öffentliches Ansehen ihren Wert enorm steigern kann. Nachhaltigkeitsthemen werden im Ausland von immer mehr Führungskräften als Treiber des Shareholder Value verstanden. Ratingagenturen – was auch immer man von ihnen halten mag und die Qualitätsunterschiede zwischen ihnen sind groß – erstellen „Bestenlisten“ aufgrund von bis zu 200 einzelnen Umwelt- und Sozialkriterien. „Eine reaktive und nur das gesetzliche Soll erfüllende Umwelt- und Sozialperformance greift … zu kurz“ und verpasst die Positionierung in einem neuen Feld für Wettbewerbsvorteile.

Corporate Volunteering

Besonders einleuchtend fand ich die Thesen zum Corporate Volunteering: Knapp 40% aller deutschen Arbeitnehmer engagieren sich ehrenamtlich, aber lediglich 19% von ihnen fühlen sich von ihren Unternehmen dabei unterstützt.

Bei 38% ist das Unternehmen nicht über den freiwilligen Einsatz seiner Angestellten nach Feierabend informiert. Dabei wären über die Hälfte der Angestelten bereit, als Vertreter des Unternehmens aufzutreten, beispielsweise in T-Shirt mit Firmenlogo. 

Als betterplacianerin denke ich natürlich wie einfach es doch wäre dieses vielfältige Engagement für Mitarbeiter und Kunden sichtbar zu machen. Stellen Sie es sich vor: mit einem Klick auf einer Unternehmensseite auf betterplace sehen sie nicht nur das gesamte soziale Engagement des Unternehmens, sondern auch noch eine Landkarte der vielen Initiativen, für die sich einzelne Mitarbeiter engagieren! Und sie sehen sie nicht nur transparent dargestellt, sie können sie auch selbst aktiv unterstützen.  

Nice to have or essential?

Vor einiger Zeit galt Umweltbewußtsein unter deutschen Unternehmen als „nice to have“, aber nicht „essential“. Mittlerweile wollen und müssen Unternehmen sich aktiv mit Umweltfragen auseinandersetzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis verantwortliches unternehmerisches Handeln im weiteren Sinne (von familienfreundichen Firmenpolitiken, über transparente Rechenschaft des Sponsoring bis zur Förderung der Zivilgesellschaft) als wesentliches Merkmal des Unternehmenswerts angesehen wird. 

Die Kritiker des CSR-Trends verkünden, diese sei nur eine Fortsetzung des Marketings mit anderen Mitteln. Dahinter steckt, so Dorothee Belz, Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, die Auffassung, dass eine Handlung nur dann positiv zu beurteilen sei, wenn sie uneigennützig ist. „Doch diese Nullsummen-Denkweise verkennt … die eigentlichen Mechanismen einer am gesellschaftlichen Werteaustausch orientierten CSR-Arbeit.“

CSR mag ein Buzzword der Wirtschaftspresse und Beraterfirmen sein, richtig verstanden ist sie eine Möglichkeit für Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und Kunden einen konstruktiven Dialog zu führen. Über diesen Kommunikationskanal können Unternehmen herausfinden, was Mitarbeitern und Kunden wichtig ist und ihr soziales Engagement dementsprechend schärfen und verbessern. 

Win-Win Partnerschaften

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Heute morgen erlebte ich zwar einen Laptop Super GAU – als ich ihn anschaltete, versetzte sich mein Computer in den Originalzustand zurück und natürlich hatte ich in letzter Zeit meine back-ups vernachlässigt! Erfreulicherweise jedoch funktioniert mein Internetzugang und eine mail von Michael Gleich, Wissenschaftspublizist und Macher von Culture Counts verbesserte meine Laune gleich schlagartig. Er wies mich auf zwei interessante Initiativen hin (Danke Michael!):

Da ist zum einen Cotton made in Africa, eine Initiative bei der sich die Otto Gruppe und Tom Tailor gemeinsam mit der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) und der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, dem Hauptträger deutscher staatlicher Entwicklungshilfe) zusammengetan haben, um den nachhaltigen und fair trade gehandelten Anbau von Baumwolle in Afrika zu fördern.

Die Seite lohnt einen genaueren Blick, so findet sich dort u.a. ein Interview über CSR  und ein Exkurs über eines der großen zeitgenössischen Buzzwords, die Nachhaltigkeit von Michael Gleich.  

Einen ähnlichen Ansatz – Armutsreduzierung durch wirtschaftliche Partnerschaft anstatt durch „Hilfe“ von einer großen Institution (Entwicklungsdienste, -banken) an die andere (Regierungen, Kommunen) – verfolgt auch Osram , das sich an einem Projekt am Viktoriasee beteiligt hat. Die, die Wasserqualität des Viktoriasees und die Finanzen der Fischer belastenden Kerosinlampen werden dort mit solarstrombetriebenen Lampen ersetzt. Alle haben etwas von der Maßnahme: die Umwelt, die Fischerfamilien (die Geld sparen) und Osram, das sich einen neuen Markt erschließt.

CSR im Mainstream

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Ob Marks&Spencer, Toyota, Hess Natur oder die Deutschen Post, immer mehr Unternehmen wollen ihr öffentliches Image als „guter Bürger“ aktiv managen. Business Schools erweitern ihre Lehrpläne um CSR-Kurse, Verlage werfen eine Vielzahl neuer Bücher mit Titel wie „Erfolgsfaktor Verantwortung“ und „Mit CSR zum Unternehmenserfolg“ auf den Markt. Und auch für Investoren spielt das soziale Engagement und Image der Unternehmen, an denen sie sich beteiligen, eine immer größere Rolle.

Die Auffassung, dass Unternehmen nicht nur Institutionen der Profitmaximierung sind, sondern als einer der wesentlichen Katalysatoren für weltweiten Wandel auch soziale Verantwortung tragen, ist mittlerweile im Mainstream angelangt. In einem Spezialreport analysierte jetzt der Economist das Thema Corporate Social Responsibility, kurz CSR, anhand einer Reihe von Fallbeispielen und aus diversen Perspektiven.

Während es bis vor kurzem noch ausreichend erschien einen kleinen Prozentsatz der Gewinne einem sozialen Zweck zukommen zu lassen, wollen Kunden und Investoren zunehmend genauer wissen, welchen Projekten ihr Geld eigentlich zugute kommt. Darüber hinaus haben Unternehmen erkannt, dass soziales Engagement sich hervorragend eignet, die eigenen Mitarbeiter zu motivieren und über gemeinsame soziale Aktivitäten ihren Teamgeist zu fördern. Doch auch wenn alle drüber reden, so wissen – laut Economist – die wenigsten Unternehmen, wie sie ihre CSR sinnvoll und effektiv gestalten.

“Too unfocused, too shotgun, too many supporting someone’s pet project with no real connection to the business”, ist das Fazit von Harvard-Ökonom Michael Porter, der in einem schon 2006 erschienenen, sehr lesenswerten Artikel beschreibt, wie gute CSR zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden kann.  

betterplace selbst nutzt CSR – aber als Geschäftsmodell. Da wir 100% der eingegangenen Spendengelder direkt an die Projekte weiterleiten und auch von den Projektverantwortlichen, die ihre Projekte auf der Plattform vorstellen, kein Geld nehmen, finanzieren wir uns über Leistungen, die wir Unternehmen verkaufen: wir beraten Firmen, wie sie ihre CSR sinnvoll gestalten, wir bringen sie mit ausgewählten sozialen Projekten zusammen und wir ermöglichen es ihnen, ihr Engagement auf betterplace zu präsentieren und so Kunden und Mitarbeiter nicht nur zu gemeinsamen Aktionen aufzurufen, sondern sie auch über die Plattform durchzuführen.

Ziel ist eine klassische Win-Win-Lösung: wir helfen Unternehmen ihre CSR-Aktivitäten aktiv zu gestalten. Im Gegenzug helfen Unternehmen uns, eine Plattform aufzubauen, auf der Menschen, die sich engagieren wollen, ihre Hilfe zu 100% den Menschen weitergeben können, die sie benötigen.

N.B.: Allerdings sind wir 3 Monate nach unserem Online-Launch noch nicht in der Lage dieses Modell vollständig einzulösen. Für die Startphase werden wir deshalb von einzelnen Menschen finanziell unterstützt, die zugleich auch operativ am Aufbau von betterplace beteiligt sind.